Befesa Aktie: Ghana verhandelt über Teshie-Anlage

Der CEO sieht Befesa 2026 am oberen Zielbereich; ein Schiedsgericht sprach der Ghana-Projektgesellschaft 235 Millionen US-Dollar zu.

Die Kernpunkte:
  • CEO sieht oberes Jahresziel erreichbar
  • EBITDA-Zielspanne: 250 bis 270 Millionen Euro
  • Schiedsgericht sprach 235 Millionen US-Dollar zu
  • Ghana verhandelt über Anlagenkauf zu niedrigerem Preis

Die Aktie von Befesa beendete den Handel am Freitag mit einem Kursplus von 3,6 Prozent bei 34,95 Euro. Für den jüngsten Kursanstieg nannten Marktbeobachter keinen einzelnen konkreten Auslöser. Gleichzeitig stehen bei dem Umweltdienstleister mehrere operative und rechtliche Entwicklungen im Blickfeld.

Vorstandschef sieht Jahresziele in Reichweite

Gestern berichteten spanische Medien über Aussagen von Befesa-Chef Asier Zarraonandia zur aktuellen Geschäftsentwicklung. Demnach sieht der CEO das Unternehmen auf gutem Weg in Richtung des oberen Endes der Zielspanne für das Gesamtjahr 2026. Befesa peilt ein bereinigtes operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 250 bis 270 Millionen Euro an.

Als Stützen für diesen Geschäftsverlauf nannte Zarraonandia höhere Zinkpreise sowie ein günstiges europäisches Umfeld. Diese Faktoren federn gestiegene Energiekosten teilweise ab. Zudem leiste das Mengenwachstum im US-Geschäft einen positiven Beitrag zur Ertragslage. Bei diesen Aussagen handelt es sich um eine Bekräftigung des laufenden Ausblicks und nicht um eine formelle Anpassung der Zielspanne.

Schiedsgericht spricht Millionensumme zu

Auf juristischer Ebene gab es zudem eine Entscheidung im Zusammenhang mit Befesa Desalination Developments Ghana Limited. Schiedsgerichte der Internationalen Handelskammer sprachen der Projektgesellschaft Entschädigungszahlungen in Höhe von 235 Millionen US-Dollar nach Steuern zu. Der Streitfall betrifft Ausgleichszahlungen nach der Beendigung von Verträgen rund um das Entsalzungsprojekt Teshie.

Haftbar für die Zahlung sind Ghana Water Limited sowie die Republik Ghana. Auf den Betrag fallen seit dem 1. April 2026 Zinsen an. Das Schiedsgericht wies Gegenforderungen der Gegenseite, darunter eine Forderung über 144,5 Millionen US-Dollar, im Wesentlichen ab.

Verhandlungen über Entsalzungsanlage

Die Regierung Ghanas reagierte auf den Schiedsspruch mit dem Versuch einer Einigung. Medienberichten zufolge verhandeln Vertreter des Landes mit der Projektgesellschaft über einen Kauf der Teshie-Entsalzungsanlage zu einem niedrigeren Preis. Auf diesem Weg versucht der westafrikanische Staat, die vollständige Begleichung der gerichtlich festgesetzten Summe abzuwenden.

Mit einer Marktkapitalisierung von 1,35 Milliarden Euro gehört Befesa zu den festen Größen im Recyclingsektor. Für Anleger bleibt neben dem weiteren Ausgang der Verhandlungen in Ghana vor allem die operative Umsetzung im zweiten Halbjahr entscheidend, allen voran das Zusammenspiel aus Zinkpreisentwicklung und Energiekosten.

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