Befesa Aktie: Steuergutschrift-Poker?
Befesas operatives Ergebnis, Cashflow und Bilanz verbesserten sich; die erwartete US-Förderung bleibt von der Prüfung abhängig.

- Metzler setzt Kursziel auf 46 Euro
- EBITDA im dritten Quartal steigt um 9,9 Prozent
- Aluminium-EBITDA wächst um 52 Prozent
- Nettoverschuldungsgrad sinkt auf das 2,16-Fache
Metzler hat heute das Kursziel für Befesa von 45 auf 46 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Die gestern veröffentlichten Quartalszahlen liefern dafür operative Argumente: Das Ergebnis wächst stärker als der Umsatz. Zugleich sinkt die Verschuldung. Der höhere Jahresausblick beruht damit nicht allein auf der erwarteten US-Steuergutschrift.
Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig. Höhere Zinkpreise und die Erholung im Sekundäraluminiumgeschäft stützen das laufende Geschäft. Die Förderung kommt als zusätzlicher Ergebnisbeitrag hinzu, bleibt aber hinsichtlich ihrer endgültigen Höhe prüfungsabhängig.
Operatives Geschäft gewinnt an Stärke
Im dritten Quartal 2026 stieg das bereinigte EBITDA auf 67,8 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Damit entwickelte sich das operative Ergebnis dynamischer als der Umsatz. Die Erholung im Aluminiumgeschäft ergänzt den Rückenwind durch höhere Zinkpreise. Inflation und höhere Kosten wirken allerdings weiterhin als Belastung.
Besonders deutlich fällt die Verbesserung im Aluminiumgeschäft aus: In den ersten neun Monaten 2026 erreichte dessen EBITDA 34 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 52 Prozent.
Die operative Entwicklung erklärt auch die Anhebung der Prognoseuntergrenze ohne Förderung. Befesa erwartet also nicht ausschließlich durch den US-Beitrag ein besseres Jahresergebnis. Das Unternehmen hat zugleich die Erwartungen an das bestehende Geschäft präzisiert.
Cashflow und Verschuldung verbessern sich
Der operative Cashflow erreichte in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 128,2 Millionen Euro. Er legte damit um 11,5 Prozent zu.
Für die Bewertung der Ergebnisqualität ist das ein wichtiger Punkt: Befesa meldet nicht nur höhere Gewinne, sondern auch einen stärkeren Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine Nettoverschuldung zurückgeführt.
Der Nettoverschuldungsgrad sank im September 2026 auf das 2,16-Fache. Ein Jahr zuvor hatte er beim 2,59-Fachen gelegen.
Die Bilanzentwicklung liefert damit einen weiteren Baustein für die günstigere Einschätzung. Jefferies-Analyst Fabian Piasta erwartet zudem, dass mögliche Aktienrückkäufe stärker in den Mittelpunkt der Diskussion rücken. Eine Ankündigung solcher Rückkäufe ist das nicht.
Höherer Ausblick mit Prüfungsvorbehalt
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Befesa ohne US-Gutschrift ein bereinigtes EBITDA von 260–270 Millionen Euro. Einschließlich der erwarteten Förderung steigt die Spanne auf 286–296 Millionen Euro.
Befesa bestätigte heute die Förderberechtigung der Zinkraffinerie Mooresboro nach Section 45X des Inflation Reduction Act. Der Antrag liegt bei der US-Steuerbehörde IRS. Die endgültige Höhe und der Zeitpunkt des Mittelzuflusses bleiben deren Prüfung unterworfen.
Der erwartete Beitrag von rund 26 Millionen Euro soll im vierten Quartal 2026 ergebniswirksam werden. Die erste Auszahlung erwartet Befesa im ersten Halbjahr 2027.
Das höhere Metzler-Kursziel trifft somit auf eine breitere operative Verbesserung. Für Anleger zählen neben der Förderung vor allem die Erholung im Aluminiumgeschäft, der stärkere Cashflow und die sinkende Verschuldung. Diese Fortschritte tragen die günstigere Einschätzung unabhängig davon, wann die US-Mittel tatsächlich eingehen.
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