Bei Linde und Praxair wird es kompliziert

Die Fusion zwischen Linde und dem US-Konkurrenten Praxair stößt auf unerwartete kartellerechtliche Hürden. Möglicherweise müssen mehr Unternehmensbereiche als bisher erwartet veräußert werden. Ist damit der Deal in Gefahr?

Höhere Anforderungen für Linde und Praxair

“Denn in Gesprächen mit den Wettbewerbsbehörden haben sich Hinweise ergeben, dass die fusionskontrollrechtliche Freigabe zwischen Linde und Praxair mit höheren Anforderungen verbunden sein könnte, als bisher erwartet.” Dies teilte Linde überraschend in der Nacht zum Sonntag mit.

Damit gilt, laut Insidern, ein Scheitern des Zusammenschlusses zum weltgrößten Gasekonzern nicht mehr als völlig unwahrscheinlich. Dabei hatte sich Linde und Praxair doch eigentlich schon fast auf der Zielgeraden befunden.

Kartellbehörden kritisch

Dass es nicht einfach würde, war beiden Protagonisten klar. Denn der weltweite Gasemarkt ist schon von wenigen großen Anbietern geprägt. Da wurde ein weiterer Zusammenschluss von den Kartellbehörden schon sehr kritisch beäugt. Doch die Unternehmen hatte Lösungen parat.

Praxair wollte Teile seines Europa-Geschäftes an Japaner Taiyo Nippon Sanso Corporation verkaufen und Linde Teile seines US-Geschäfts an das deutsche Unternehmen Messer. Anscheinend reicht dies aber doch noch nicht aus, um die Kartellwächter zu beruhigen. Man darf also gespannt sein, welche Hürden noch aus dem Weg geräumt werden müssen und ob die Fusion dann letztlich wirklich erfolgt.

%d Bloggern gefällt das: