Beiersdorf Aktie: Tesa überrascht negativ
Halbleiterengpässe drücken Tesas organischen Umsatz; Beiersdorf hält an der Prognose fest und erwartet 2026 eine niedrigere Ebit-Marge.

- Tesa verliert organisch 4,3 Prozent
- Consumer-Umsatz geht um 0,7 Prozent zurück
- Konzern bestätigt Jahresprognose für 2026
- Bereinigte Ebit-Marge soll mindestens 11,8 Prozent erreichen
Beiersdorf hat im dritten Quartal den Umsatzrückgang in der Kernsparte gebremst, dafür bekommt nun ausgerechnet das bislang stabile Klebstoffgeschäft Tesa Gegenwind. Die Jahresziele bleiben unverändert. Im vorbörslichen Handel gab die Aktie dennoch zeitweise gut 2 Prozent auf 81,04 Euro nach.
Nominal plus, organisch minus
Die Erlöse stiegen nominal um 0,4 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro und trafen damit die Erwartungen der Analysten. Währungs- und portfoliobereinigt ging der Umsatz allerdings um 1,3 Prozent zurück. Im zweiten Quartal war das Minus noch stärker ausgefallen.
Im größeren Segment Consumer mit Nivea, La Prairie und Eucerin sank der organische Umsatz um 0,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Der Rückgang hat sich dort also abgeschwächt, eine Trendwende ist es noch nicht.
Halbleiterengpass belastet Tesa
Die eigentliche Überraschung liefert Tesa. Das Segment verbuchte organisch ein Minus von 4,3 Prozent auf 422 Millionen Euro. Beiersdorf verweist auf Engpässe bei Halbleitern, die das Electronics-Geschäft getroffen hätten.
Der Konzern warnt, dass dieser Engpass Umsatz und Marge von Tesa weiter belasten könnte. Für das Gesamtjahr erwartet er bei Tesa weiterhin einen stagnierenden bis maximal leicht wachsenden organischen Umsatz.
Prognose steht, Marge sinkt deutlich
Die im Sommer gesenkte Jahresprognose bestätigt Beiersdorf. Sie enthält einen 18-monatigen Turnaround-Plan für Nivea. Konzernweit rechnet das Unternehmen 2026 mit einem organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Die bereinigte Ebit-Marge soll mindestens 11,8 Prozent erreichen, nach 14,0 Prozent im Vorjahr. Ein Grund sind zusätzliche Investitionen in Nivea: Im zweiten Halbjahr 2026 fließen dafür 100 Millionen Euro.
Im Consumer-Segment sollen es mindestens 11,0 Prozent werden, nach 13,6 Prozent 2025. Bei Tesa erwartet der Konzern eine Marge leicht unter dem Vorjahreswert von 16,1 Prozent.
Der Kursrückgang zeigt, dass die Bestätigung der Ziele dem Markt nicht reicht. Die Tesa-Schwäche stellt die Rolle des Klebstoffgeschäfts als Stabilitätsanker infrage, während Nivea noch mitten im Umbau steckt.
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