Berentzen: Limonade soll Wachstum bringen

Noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Das dürfte sich mancher Investor am Dienstag gedacht haben, nachdem die vorläufigen Zahlen des Spirituosen-Herstellers Berentzen für das vergangene Geschäftsjahr veröffentlicht wurden.

Das galt insbesondere für den Konzernumsatz, dessen Prognose im August letzten Jahres deutlich heruntergesetzt worden war. Ursprünglich hatte Berentzen mit einer Umsatzspanne zwischen 170,1 bis 178,9 Millionen Euro gearbeitet, musste diese allerdings nach dem Halbjahresbericht auf 162,8 bis 171,2 Millionen Euro eindampfen. Nach den nun präsentierten vorläufigen Zahlen erreichte die Unternehmensgruppe ein kleines Plus von 1,1 % gegenüber dem Geschäftsjahr 2017 auf 162,2 Millionen Euro. Das blieb zwar unter dem unteren Rand der Prognose, aber nicht so stark, dass man es am Markt als Ausfall gewertet hätte.

Überdurchschnittliches Gewinnwachstum

Was Berentzen sicherlich auf der Habenseite verbuchen konnte, war der Ausweis der Profitabilität. Denn hier erreichte man die über den Verlauf des vergangenen Jahres stabil gehaltene Prognosespanne. Beim EBIT wurden 9,8 Millionen Euro erreicht, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von immerhin 6,5 %. Der Konzern hatte zuvor mit einer Spanne zwischen 9,6 bis 10,6 Millionen Euro gearbeitet. Beim EBITDA ging es um 5,5 % auf 17,3 Millionen Euro aufwärts (Prognosespanne 17,2 bis 19 Millionen Euro).

Im Bezug auf die vorherigen Analystenprognosen lieferte man mit den vorläufigen Zahlen ein relativ gemischtes Bild ab. Beim Umsatz verfehlte man die Prognose, konnte sie aber beim Konzern-EBITDA übertreffen (Erwartung waren rund 17 Millionen Euro).

Berentzen setzt auf seine Limonadenmarke

Nachdem im vergangenen Jahr vor allem Schwierigkeiten bei der Tochter Citrocasa das Marktsentiment deutlich gestört hatten, was sich auch bei der Aktie in einem Abwärtstrend mit einem zeitweisen Verlust von bis zu 30 % niederschlug, will Berentzen nun den Fokus im neuen Jahr vor allem auf seine Erfolgsgeschichte „Mio Mio“ lenken. Die insbesondere in Norddeutschland inzwischen gut positionierte Limonadenmarke soll nach Aussagen von Berentzen-Vorstand Oliver Schwegmann nun auch in Süddeutschland auf Erfolgskurs geschickt werden.

Dabei setzt man auch auf weitere Produktinnovationen. So kündigte Schwegmann an, dass man im Mai eine neue Kräuterlimonade in den Markt bringen möchte.

Aktie muss sich noch weiter stabilisieren

Unter diesen Voraussetzungen ist Berentzen für das frisch angelaufene Geschäftsjahr auch vorsichtig optimistisch, was Umsatz und Gewinn angeht. So will man erneut eine Umsatzsteigerung schaffen und die Profitabilität auf dem erreichten Niveau von 2018 halten. Das wird hauptsächlich mit den laufenden Investitionen in Personal, neue Produkte und Marketingmaßnahmen erklärt. Der Markt findet das dennoch wohl erst einmal etwas mager, weshalb die Aktie nach den Zahlen etwas schwächelte. Dies allerdings recht unaufgeregt und mit kaum größeren Handelsumsätzen. Die Bodenbildung des Wertpapiers zwischen 6 und 7 Euro dürfte also vorerst weiterlaufen.

%d Bloggern gefällt das: