Berentzen: Neuer Aktionär lässt wieder aufhorchen

Schaut man auf die vergangenen sechs bis neun Monate, hatte der Spirituosen-Hersteller Berentzen keine sonderliche Fortüne am Aktienmarkt. Sorgen, dass das Unternehmen die strategische Neuausrichtung weg von Schnaps hin zu alkoholfreien Getränken und Säften nicht schafft, hatten in den vergangen Monaten immer wieder für Kursabschläge gesorgt. Und da war auch noch der bisherige Großaktionär Aurelius.

© Berentzen
© Berentzen

Denn nachdem die Beteiligungsgesellschaft Aurelius im März ankündigte, sich schrittweise aus Berentzen zurückzuziehen, schellten bei vielen Anlegern so sehr die Alarmglocken, dass die Aktie zeitweise auf unter 6 Euro absackte. Und das, obwohl sich der Getränkehersteller selbst sehr gut aufgestellt sieht.

Zwar sei es richtig, dass im Alkohol-Segment rückläufige Umsätze zu verzeichnen seien. Doch dafür konnte Berentzen bislang mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten gerade bei Säften aufwarten. Dennoch war nicht von der Hand zu weisen, dass im vergangenen Jahr der Gesamtumsatz um 3% zurückging und der Gewinn auf 2,2 Mio. Euro nahezu halbiert wurde.

Berentzen von Aurelius Ausstieg unter Druck gebracht

Sicherlich auch ein Grund, warum sich Aurelius im März zu einem ersten Verkauf von Anteilen entschloss, der bei institutionellen Anlegern platziert wurden. Doch blieb Aurelius bislang mit 29,2% immer noch Großaktionär bei Berentzen. Bis jetzt.

Denn wie der Spirituosenhersteller nun bekannt gab, hat Aurelius weitere 10,4% seines Anteils an den niederländischen Finanzinvestor Monolith verkauft. Damit wird diese Investmentgesellschaft aus dem Stand zu einem der Großaktionäre des Unternehmens. Wobei man im ersten Moment versucht ist zu fragen: Monolith wer?

Neuer Anker-Aktionär macht guten Eindruck

Etwas Recherche und es wird deutlich, dass dieser neue – von Berentzen so genannte – Ankeraktionär eine interessante Perspektive ins Unternehmen mitbringen könnte. Denn die niederländische Investmentgesellschaft, die seit 2006 am Markt tätig ist, ist im Sektor der holländischen und deutschen Nebenwerte alles andere als eine Unbekannte.

Laut eigener Aussage hat das Unternehmen das Ziel, an wenigen Unternehmen mit dann signifikanten Anteilen beteiligt zu sein. In Deutschland war Monolith schon 2014 u. a. durch ein Investment in DEAG Deutsche Entertainment aufgefallen. Auf der eigenen Website wird im wichtigsten Fonds auch eine signifikante Position in der Schaltbau AG erwähnt.

Nun also Berentzen. Wobei Berentzen-Vorstandschef Frank Schübel den Wechsel in der Aktionärsstruktur durchaus positiv beurteilt. So erklärte er gegenüber Börse Global: „Monolith hat sich in den Gesprächen nicht nur für die Entwicklung der Kennziffern interessiert, sondern auch für das „wie“, insbesondere Investitionsbedarf, um das Wachstum sicherzustellen. Ein langfristig denkender Investor hilft mit dieser Perspektive die Pläne umzusetzen.“

Aktie von Berentzen profitiert von den Neuigkeiten

Diesen Ansatz scheint auch die Börse mitzugehen. So gab es eine freundliche Reaktion auf den Eigentümerwechsel, was wohl anfänglich vor allem auch davon herrührt, dass man darauf baut, dass das Kapitel Aurelius nach und nach abgearbeitet wird und sich die Aktienbewertung dann wieder mehr den operativen Grundlagen anpasst, die besser sind als es der Aktienkurs darstellt. Für die Vorzüge von Berentzen gibt es dabei schon jetzt ein ansteigendes Momentum, wie man auch am gelungenen Break der 38-Tage-Trading-Linie sehen kann.

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Wir halten die aktuellen Kursgewinne nicht für ein Strohfeuer, sondern für eine echte Chance auf einen längerfristigen Turnaround. Immerhin könnte Berentzen aus dem Stand rund 20% gut machen, ehe echte charttechnische Herausforderungen kommen würden. Deshalb auch unser Rat: Berentzen ist eine klassische Rebound-Spekulation und deshalb ein Kauf.

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