Berichtssaison statt Barrikaden – wo die wahre Bewährungsprobe wartet
Die Quartalsberichte der US-Konzerne treten in den Fokus. Analysten erwarten ein starkes Gewinnwachstum, während geopolitische Spannungen die Lieferketten belasten.

- Deutsche Bank prognostiziert 14% Gewinnwachstum für S&P 500
- Technologiebranche mit erwarteten 45% Gewinnplus
- Geopolitische Spannungen treiben Ölpreis über 100 Dollar
- US-Banken eröffnen Berichtssaison am 14. April
Liebe Leserinnen und Leser,
heute Morgen schrieb ich, die Lehre dieser Woche sei unbequem: Wer auf diplomatische Durchbrüche am Golf wettet, wettet auf Volatilität. Der Donnerstag hat das bestätigt. Die Waffenruhe bröckelt weiter, der WTI-Ölpreis kletterte um über 7 Prozent auf mehr als 101 Dollar je Barrel, und der DAX gab einen Teil seiner Mittwochs-Gewinne wieder ab.
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Doch während die Schlagzeilen von Hormus und Frachtraten dominiert werden, verschiebt sich der Fokus des professionellen Kapitals. Ab kommender Woche wird nicht mehr über Tankerrouten geredet, sondern über Margen, Cashflows und Ausblicke. Und die Zahlen, die sich abzeichnen, haben das Potenzial, die Gewichte an den Märkten neu zu sortieren.
Ein Gewinn-Boom im Anmarsch
Die Deutsche Bank hat am Donnerstag ihre Prognose für den S&P 500 vorgelegt – und sie fällt bemerkenswert zuversichtlich aus. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten die Analysten ein Gewinnwachstum von rund 14 Prozent, mit einem EPS-Ziel von 320 Dollar. Bereits im ersten Quartal liegt der Konsens bei 13,2 Prozent Gewinnwachstum – das sechste Quartal in Folge mit zweistelligen Zuwächsen.
Zwei Treiber wirken dabei auf den ersten Blick widersprüchlich: Der schwächere Dollar steuert 4,1 Prozentpunkte zum Gewinnwachstum bei. Und ausgerechnet die hohen Ölpreise, die Verbraucher und Industrie belasten, pumpen die Ergebnisse im Energiesektor nach oben.
Der eigentliche Motor aber bleibt die Technologiebranche. Die Wall Street hat ihre Schätzungen für das Gewinnwachstum im Tech-Sektor auf 45 Prozent nach oben korrigiert. Was das konkret bedeutet, illustrierte Amazon-CEO Andy Jassy in seinem Aktionärsbrief: Allein die KI-Dienste der Cloud-Sparte erreichten im ersten Quartal 2026 eine annualisierte Umsatzrate von über 15 Milliarden Dollar. Analyst Pierre Ferragu von New Street Research traut Nvidia bis Ende 2027 sogar eine jährliche Umsatz-Runrate von einer Billion Dollar zu. Das sind Größenordnungen, die sich von quartalsweisen Zinsdiskussionen längst abgekoppelt haben.
Europas stille Dividende
Auch diesseits des Atlantiks lohnt der Blick auf die Substanz. Der DAX gab am Donnerstag nach – eine nachvollziehbare Korrektur, nachdem der Index am Mittwoch im Zuge der kurzlebigen Waffenruhe-Euphorie um über 5 Prozent in Richtung 24.100 Punkte geschossen war. SAP und Infineon gehörten zu den größten Verlierern des Tages.
Doch die Bilanzen vieler europäischer Konzerne erzählen eine andere Geschichte. Die Commerzbank lud am Donnerstag zu ihrer Hauptversammlung am 20. Mai ein – und die Zahlen dürften Aktionäre aufhorchen lassen. Die Dividende soll von 0,65 Euro auf 1,10 Euro je Aktie steigen. Zusammen mit den laufenden Aktienrückkäufen schüttet die Bank für 2025 rund 2,7 Milliarden Euro an ihre Eigentümer aus. Das ist kein Krisenmanagement. Das ist eine Bank, die Geld verdient.
Pragmatisch agiert auch Volkswagen in den USA. Der Konzern hatte bereits im vergangenen Herbst die Produktion des Elektro-Crossovers ID.4 im Werk Chattanooga gestoppt und rund 160 Mitarbeiter freigestellt – um Kapazitäten für das margenstärkere, konventionelle SUV-Modell Atlas (Modelljahr 2027) freizuräumen. Der neue Atlas soll im Herbst 2026 auf den Markt kommen. In einem US-Markt, der Elektromobilität derzeit skeptisch beäugt, war das eine schmerzhafte, aber betriebswirtschaftlich konsequente Entscheidung.
Die Kosten der Blockade
Die Geopolitik lässt sich freilich nicht wegrechnen, denn sie schlägt unmittelbar auf die Lieferketten durch. Der Iran hat am Donnerstag, nur Stunden nach Ankündigung des Waffenstillstands, die Straße von Hormus erneut für Schiffe ohne Genehmigung gesperrt. Die Reeder reagieren mit Zurückhaltung.
Die Konsequenzen sind messbar: In der Luftfracht stiegen die Spotraten von Südasien nach Europa im Jahresvergleich um 105 Prozent. Die Logistikexperten von Xeneta warnen, dass selbst bei einem dauerhaften Frieden ein bis zwei Monate vergehen würden, bis die Kapazitäten wieder auf Normalniveau laufen. Der WTI-Ölpreis spiegelt diese Unsicherheit – mit einem Tagesplus von über 7 Prozent auf mehr als 101 Dollar je Barrel.
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Der Dienstag der Wahrheit
Die Bewährungsprobe beginnt am kommenden Dienstag, dem 14. April. Dann eröffnen die US-Großbanken traditionell den Reigen der Quartalszahlen.
Im Zentrum steht JPMorgan. Der Konsens erwartet einen Gewinn je Aktie zwischen 5,32 und 5,50 Dollar – ein Plus von rund 7 Prozent – bei einem Umsatz von etwa 48,6 Milliarden Dollar. Besonders das Investmentbanking soll mit einem Umsatzsprung im mittleren bis hohen Zehnerprozentbereich glänzen.
Wenn die Banken diese Erwartungen erfüllen oder übertreffen, wird sich eine einfache Frage beantworten: Was wiegt schwerer – die Blockade einer Meerenge oder die Ertragskraft der größten Unternehmen der Welt? Die kommende Woche wird darauf eine erste Antwort geben.
Ich wünsche Ihnen einen entspannten Donnerstagabend und morgen einen erfolgreichen Wochenabschluss.
Herzlichst, Ihr
Felix Baarz
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