Berkshire Hathaway: 19,8 Milliarden Netto-Aktienkäufe

Berkshire Hathaway meldete höhere Quartalsgewinne und kaufte wieder Aktien. Neue Beteiligungen stehen einer zuletzt nachgebenden Aktie gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn im zweiten Quartal verdoppelt
  • Nettoaktienkäufe beenden lange Verkaufsserie
  • Neue Position bei D.R. Horton
  • Aktie verliert im Monatsvergleich

Berkshire Hathaway hat mit einer Serie positiver Nachrichten überzeugt. Die Aktie stieg im August auf das höchste Niveau seit der Ablösung von Warren Buffett durch Greg Abel, nachdem der Konzern Aktienrückkäufe beschleunigte, seine Barreserve senkte und Gewinne über den Erwartungen meldete. Reuters bezeichnete den operativen Gewinnsprung sowie die Entwicklungen bei Rückkäufen und Cash-Bestand als unmittelbaren Kurstreiber.

Gewinnsprung im zweiten Quartal

Der Nettogewinn erreichte im zweiten Quartal 25,7 Milliarden Dollar, nach 12,4 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Investmentgewinne von 12,7 Milliarden Dollar trugen dazu bei, während das operative Ergebnis bei 13,0 Milliarden Dollar lag.

Reuters berichtete, der Konzern habe von höheren Erträgen in Fertigung, Dienstleistungen und Handel profitiert. Zusätzlich tätigte Berkshire im Quartal Aktienrückkäufe, was zusammen mit den soliden Gewinnzahlen die jüngste Kursbewegung erklärt.

Ende der Verkaufsserie

Ein zentrales Signal aus der jüngsten Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht: Berkshire beendete eine 14 Quartale andauernde Serie von Nettoverkäufen bei Aktien. Im zweiten Quartal kaufte das Unternehmen für rund 19,8 Milliarden Dollar mehr Aktien, als es verkaufte. Damit signalisiert Abel offenbar wieder mehr Zuversicht in Bewertungen am Aktienmarkt, nachdem Berkshire zuvor über Jahre eher Kasse aufgebaut hatte.

Innerhalb des Portfolios verschoben sich die Gewichte deutlich. Bei Alphabet baute Berkshire die Position um etwa 17 Milliarden Dollar aus, teils über eine Beteiligung im Rahmen einer Privatplatzierung, teils durch Käufe am offenen Markt. Bei Delta Air Lines erhöhte der Konzern den Bestand um rund 17,5 Millionen Aktien, was einem Zuwachs von 44 Prozent auf 57,3 Millionen Aktien entspricht.

Neue Wetten auf den US-Wohnungsbau

Auffällig ist zudem der Einstieg in den Wohnungsbausektor: Berkshire eröffnete eine neue Position bei D.R. Horton und stockte gleichzeitig die Bestände bei Lennar und Macy’s auf. Im Gegenzug reduzierte der Konzern seine Anteile an Capital One, Kroger und DaVita. Bei Bank of America nahm Berkshire ebenfalls Gewinne mit und verringerte die Position spürbar.

Nicht jeder Marktteilnehmer teilt den Optimismus. Appaloosa Management eröffnete im selben Quartal Put-Optionen auf Berkshire-B-Aktien – eine explizit gegen den Konzern gerichtete, spekulative Position, keine Berkshire-eigene Transaktion.

Kursbild bleibt uneinheitlich

Trotz der positiven Nachrichtenlage zeigt sich die Aktie zuletzt konsolidierend. Am Montag schloss das Papier bei 651.000,00 Euro, ein Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vortag.

Auf Monatssicht steht ein Minus von 2,6 Prozent zu Buche, während die Aktie seit Jahresbeginn mit 2,2 Prozent im Plus liegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 686.000,00 Euro, erreicht am 10. August, trennen das Papier aktuell 5,1 Prozent.

Die Kombination aus operativer Stärke, dem Ende der Verkaufsserie im Portfolio und den milliardenschweren Neupositionierungen bei Technologie- und Wohnungsbauwerten dürfte die Diskussion um Berkshires Kursweg unter Abel auch in den kommenden Wochen bestimmen.

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