Berkshire Hathaway Aktie: Abel führt operativ
Zum 96. Geburtstag steht Warren Buffetts Nachfolge im Fokus: Greg Abel leitet Berkshire, während Alphabet im Portfolio weiter an Gewicht gewinnt.

- Buffett feiert 96. Geburtstag
- Greg Abel leitet das Tagesgeschäft
- Alphabet wird drittgrößte Aktienposition
- Dow-Aufnahme bleibt bislang Spekulation
Warren Buffett feiert heute seinen 96. Geburtstag – und blickt dabei auf eine Investmentkarriere zurück, die an der Börse ihresgleichen sucht. Seit 1964 hat die Berkshire-Hathaway-Aktie um rund 6.100.000 Prozent zugelegt, der S&P 500 kam im selben Zeitraum auf etwa 46.000 Prozent. Zum runden Geburtstag richtet sich der Blick jedoch längst auf die Zeit nach Buffett als operativem Chef.
Abel führt, Buffett bleibt Chairman
Seit dem 1. Januar dieses Jahres liegt die operative Führung von Berkshire Hathaway bei Greg Abel, während Buffett als Chairman im Amt bleibt. Der Wechsel an der Spitze fiel zusammen mit einem weiteren Meilenstein: Ende 2024 überschritt die Marktkapitalisierung des Konglomerats erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar.
Abel selbst sorgte am heutigen Sonntag für eine zusätzliche persönliche Nachricht abseits der Bilanzen: Bei einem Baseballspiel der Iowa Cubs wurde der gebürtige Kanadier aus Edmonton offiziell US-Staatsbürger und durfte den zeremoniellen ersten Wurf ausführen. Abels Nettovermögen wird auf etwa eine Milliarde US-Dollar geschätzt.
Mit Blick auf den Aktienkurs zeigt sich Berkshire zuletzt in ruhigem Fahrwasser. Am Freitag schloss das Papier bei 654.000,00 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent zum Vortag und von 2,7 Prozent auf Wochensicht.
Der Kurs notiert damit nur knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 655.850,00 Euro und rund 4,7 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 686.000,00 Euro, das im August erreicht wurde.
Die Frage nach der Dow-Aufnahme
Diskutiert wird derzeit, ob Berkshire Hathaway angesichts seiner Größe und Marktbedeutung künftig Eingang in den Dow Jones Industrial Average finden könnte – ein Schritt, der dem Konzern zusätzliche Sichtbarkeit im Kreis der etablierten US-Standardwerte verschaffen würde. Konkrete Beschlüsse dazu liegen bislang nicht vor, die Debatte bleibt spekulativ.
Alphabet als Wachstumstreiber im Portfolio
Fernab der Personalie Abel bleibt die Kapitalanlage-Seite von Berkshire ein zentrales Thema für Anleger. Die Beteiligung an Alphabet ist mittlerweile mit einem Wert von rund 38 Milliarden US-Dollar zur drittgrößten Position im Aktienportfolio aufgestiegen.
Im zweiten Quartal stockte Berkshire den Bestand um rund 48 Millionen Alphabet-Aktien im Gegenwert von etwa 16,3 Milliarden US-Dollar auf. Das Investment stützt sich auf solide operative Zahlen: Der Alphabet-Umsatz wuchs im zweiten Quartal um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Cloud-Sparte Google Cloud legte sogar um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar zu.
Neben Technologiewerten wie Alphabet hält Berkshire traditionell auch defensive Positionen wie Apple, Coca-Cola und American Express – ein Portfoliomix, der gerade in unsicheren Marktphasen als Absicherung gilt.
Dass Berkshire zuletzt nach 14 Quartalen wieder als Nettokäufer aufgetreten war, liegt bereits gut drei Wochen zurück; der Kurs hat sich seither um rund 3,2 Prozent zurückgebildet. Die grundlegende Ausrichtung unter Abel – Festhalten an Kernbeteiligungen, selektiver Ausbau bei Technologiewerten – scheint davon unberührt.
Buffetts Ankündigung, bis Ende 2034 rund 140 Milliarden US-Dollar seines Berkshire-Aktienbesitzes für wohltätige Zwecke zu spenden, bleibt eine der bedeutendsten philanthropischen Zusagen der Unternehmensgeschichte.
Für Anleger bedeutet der heutige Geburtstag vor allem eines: ein Blick zurück auf sechs Jahrzehnte Value-Investing – und ein Blick nach vorn auf eine Führung, die sich unter Abel erstmals im Alltagsgeschäft bewähren muss, während der Namensgeber als Chairman im Hintergrund bleibt.
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