Berkshire Hathaway Aktie: Alphabet-Anteil wächst um 83 Prozent

Greg Abel ordnet Berkshires Alphabet-Aufstockung als KI-Investment ein und erläutert zugleich die Bedingungen für Aktienrückkäufe im zweiten Quartal 2026.

Die Kernpunkte:
  • Alphabet-Beteiligung um 83 Prozent gewachsen
  • Berkshire investierte 4,5 Milliarden Dollar
  • Delta-Bestand um 44 Prozent erhöht
  • Bank-of-America-Anteile weiter reduziert

Greg Abel hat sich nach der Portfolio-Umschichtung von Berkshire Hathaway erstmals ausführlicher zur Alphabet-Position geäußert. Der Vize-Chairman bezeichnete den Google-Mutterkonzern gegenüber CNBC als „bedeutenden Akteur“ im Bereich künstliche Intelligenz und ordnete damit den jüngsten Kapitalzufluss in die Aktie ein.

Diese Aussage liefert erstmals eine strategische Begründung für einen Schritt, der bereits vor gut drei Wochen für Aufsehen gesorgt hatte und dessen Kurswirkung sich seither bemerkbar macht.

Die Berkshire-Aktie notiert seit der Offenlegung der Portfolio-Umschichtung um 1,1 Prozent niedriger, seit den Quartalszahlen vor rund einem Monat um 2,3 Prozent. Abels Kommentar dürfte für Anleger relevant sein, weil er die Alphabet-Aufstockung nicht als reine Bewertungswette, sondern als bewussten Zugang zu KI-Wachstum rahmt.

Buyback-Disziplin als zweite Botschaft

Abel nutzte den Auftritt auch, um die Rückkaufpolitik des Unternehmens zu erläutern. Er stellte klar, dass Rückkäufe nur erfolgen, wenn er und Warren Buffett gemeinsam zu der Einschätzung gelangen, die Aktie notiere unter ihrem inneren Wert.

Diese Aussage fällt in eine Phase, in der Berkshire im zweiten Quartal 2026 erstmals seit Anfang 2024 wieder in größerem Umfang eigene Aktien zurückkaufte – im Volumen von 4,5 Milliarden Dollar. Die Kombination aus Kapitaleinsatz in Alphabet und gleichzeitigen Rückkäufen unterstreicht, dass das Unternehmen nach Jahren des Cash-Aufbaus wieder aktiver investiert.

Insgesamt hatte Berkshire im zweiten Quartal rund 24,3 Milliarden Dollar in Aktien und Rückkäufe gesteckt. Der Alphabet-Anteil daran war beträchtlich: Die Beteiligung wuchs um 83 Prozent auf fast 106 Millionen Aktien im Wert von etwa 37,8 Milliarden Dollar, wodurch Alphabet zu einer der größten Positionen im Portfolio aufstieg.

Verschiebungen im übrigen Portfolio

Neben Alphabet zeigte die Offenlegung weitere deutliche Bewegungen. Bei Delta Air Lines erhöhte Berkshire den Bestand um 17,5 Millionen Aktien, ein Plus von 44 Prozent auf rund 57,3 Millionen Anteile im Wert von etwa 5,4 Milliarden Dollar.

Gleichzeitig baute das Unternehmen seine Bank-of-America-Position weiter ab: Der Verkauf von 30,2 Millionen Aktien im Wert von rund 1,7 Milliarden Dollar setzt einen mehrquartaligen Trend fort, mit dem Berkshire seine Bankbeteiligung schrittweise reduziert.

Diese gegenläufigen Bewegungen – Zukauf bei Technologie und Reise, Abbau im Bankensektor – fügen sich zu einem Bild, das Abels öffentliche Kommentare nun nachträglich erklären. Die Alphabet-Position wird als strategischer KI-Zugang dargestellt, während die Rückkäufe als Ausdruck der Überzeugung interpretiert werden können, dass Berkshire-Aktien selbst unterbewertet sind.

Für Anleger bedeutet dies vor allem eines: Das Unternehmen begründet seine Kapitalallokation zunehmend öffentlich, nachdem die reinen Zahlen bereits vor Wochen für Bewegung gesorgt hatten.

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