Berkshire Hathaway Aktie: Alphabet-Buchverlust?
Der Wert von Berkshires Alphabet-Paket sank, doch ohne offengelegte Kaufkosten bleibt ein Buchverlust unbestätigt.

- 106 Millionen Alphabet-Aktien im Berkshire-Portfolio
- Paketwert sank auf 29,47 Milliarden US-Dollar
- Durchschnittlicher Kaufpreis bleibt unbekannt
- Alphabet steigert operativen Gewinn um 30 Prozent
Berkshire Hathaways Alphabet-Investment könnte nach dem Kursrückgang einen Buchverlust aufweisen. Barron’s nimmt die Beteiligung heute zum Anlass, die Aktienauswahl des Unternehmens kritisch zu hinterfragen. Ein Verlust ist allerdings nicht bestätigt: Der tatsächliche durchschnittliche Einstandspreis wurde nicht offengelegt. Für Anleger zählt deshalb die Trennung zwischen gesunkenen Beteiligungswerten und belegten Anlageverlusten.
Der Einstandspreis bleibt entscheidend
Berkshire hielt am 30. Juni 106 Mio. Alphabet-Aktien. Nach dem jüngsten Rückgang war dieses Paket gestern rund 29,47 Mrd. US-Dollar wert. Im Juni hatte sein Wert zeitweise über 37 Mrd. US-Dollar gelegen.
Der Rückgang des Beteiligungswerts belegt für sich genommen noch keinen Verlust gegenüber den Anschaffungskosten. Dafür müsste bekannt sein, welchen Preis Berkshire im Durchschnitt für sämtliche Aktien bezahlt hat. Gerade diese Information fehlt.
Barron’s schätzt den durchschnittlichen Einstand auf wahrscheinlich über 300 US-Dollar je Aktie, möglicherweise nahe 320 US-Dollar. Damit ist ein Buchverlust möglich. Die Schätzung ersetzt jedoch keine bestätigte Angabe zu den tatsächlichen Anschaffungskosten.
Berkshire hatte die Position über mehrere Kaufphasen aufgebaut. Deshalb lässt sich der Erfolg des gesamten Investments nicht allein aus dem Preis einer einzelnen Transaktion ableiten. Ebenso wenig ist ein möglicher Buchverlust mit einem realisierten Verkaufsverlust gleichzusetzen.
Alphabet wächst operativ, bindet aber Kapital
Auslöser der Debatte sind Alphabets Zahlen für das dritte Quartal 2026. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,12 US-Dollar nach 2,87 US-Dollar im Vorjahresquartal. Analysten hatten rund 3 US-Dollar erwartet.
Die Gewinnenttäuschung ging allerdings nicht mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses einher. Belastungen aus Beteiligungen und hohe Investitionen erschweren vielmehr die Beurteilung der Ergebnisqualität.
Der operative Gewinn stieg im Jahresvergleich um 30 % auf 40,58 Mrd. US-Dollar. Zugleich lag der freie Cashflow bei minus 9 Mrd. US-Dollar. Alphabet führte den negativen Mittelzufluss auf Investitionen in künstliche Intelligenz zurück.
Für Berkshire stehen damit zwei Entwicklungen nebeneinander: Das operative Geschäft der Beteiligung wächst, während der Ausbau der KI-Infrastruktur erhebliche Mittel bindet. Der Kursrückgang belastet den Wert des Aktienpakets unabhängig davon.
UBS hält an Kaufempfehlung fest
UBS erhöhte am 22. Oktober das Berkshire-Kursziel von 604 auf 628 US-Dollar und bestätigte die Kaufempfehlung. Diese Einschätzung stammt allerdings aus der Zeit vor der heutigen Debatte über mögliche Alphabet-Verluste.
Auch bilanziell ist der Zeitpunkt wichtig: Kursverluste nach Ende September dürften erst in den Zahlen des vierten Quartals erscheinen. Für Berkshire-Anleger bleibt die zentrale Einschränkung deshalb bestehen: Der gesunkene Paketwert ist beziffert, ein Verlust gegenüber dem tatsächlichen Einstand dagegen nicht bestätigt.
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