Berkshire Hathaway Aktie: Der Sohn übernimmt die Werte

Howard Buffett übernimmt nach Warrens Rückzug den Vorsitz bei Berkshire Hathaway. Greg Abel führt das operative Geschäft weiter.

Die Kernpunkte:
  • Warren Buffett zieht sich zurück
  • Howard Buffett bewahrt Berkshire-Kultur
  • Greg Abel steuert das Tagesgeschäft
  • 364,7 Milliarden Dollar liquide Mittel

Howard Buffett war nie der geborene Manager. Genau das macht seine neue Rolle als Chairman von Berkshire Hathaway so ungewöhnlich – er soll nicht führen, sondern hüten.

Warren Buffett, 96, ist als Chairman zurückgetreten und wird Chairman Emeritus. Eine operative Rolle im Konzern hat er damit nicht mehr, auch als Sparringspartner für CEO Greg Abel fällt er künftig weg. Die Nachfolge war seit Jahren angekündigt: Bereits 2011 hatte Buffett öffentlich gesagt, dass er sich Howard als Nachfolger für das Chairman-Amt vorstelle.

Wächter statt Chef

Howard Buffett, 71, ist seit 33 Jahren Berkshire-Direktor – länger, als sein Vater selbst als Lehrling im Unternehmen verbrachte, bevor er es übernahm. Eine eigene Führungsposition in einem Konzern hatte er nie inne. Stattdessen war er Landwirt, Sheriff in Illinois, Fotograf und sitzt in Aufsichtsräten von Firmen wie Coca-Cola und Archer-Daniels-Midland.

Genau diese fehlende Managementerfahrung sehen Beobachter kritisch. Cathy Seifert von CFRA Research bezeichnete sie als Schwachpunkt im Nachfolgeplan – anders als bei vergleichbaren Familienunternehmen sei Howard nie ins operative Tagesgeschäft eingebunden gewesen. Sein Auftrag ist dafür klar umrissen: die Kultur des Konzerns bewahren, nicht das operative Geschäft steuern. Das übernimmt weiterhin Abel, der bereits seit Januar als CEO amtiert.

Kapital von 364,7 Milliarden Dollar

Operativ hat Abel seit seinem Amtsantritt weitgehend Buffetts Linie fortgeführt. Zum 30. Juni saß Berkshire auf einem Rekordbetrag von 364,7 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln – Spielraum für neue Zukäufe, Aktienrückkäufe oder eine mögliche erstmalige Dividende.

Der Gesamtwert des Konzerns, zu dem die Eisenbahngesellschaft BNSF, der Versicherer Geico sowie Beteiligungen an American Express, Apple und Coca-Cola gehören, liegt bei etwa 1,1 Billionen Dollar.

Warren Buffett selbst bleibt trotz Rückzug aus dem operativen Geschäft der mit Abstand größte Einzelaktionär. Er kontrolliert weiterhin mehr als 13 Prozent der Aktien und rund 30 Prozent der Stimmrechte – Anteile, die sich mit der geplanten Übertragung an die Stiftungen seiner Kinder sukzessive reduzieren werden.

Für Investoren dürfte vor allem die Kontinuität zählen. Weder Abel noch Howard Buffett haben bislang Signale für einen radikalen Strategiewechsel gesendet. Ob sich das mit wachsendem Abstand zur Ära Warren Buffett ändert, bleibt eine Frage, die sich erst mit der Zeit beantworten lässt – Berkshires nächste Kapitalallokationsentscheidungen werden ein erster Indikator sein.

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