Berkshire Hathaway Aktie: Trägt die Bahn?

BNSF, Energie und weitere Sparten legten zu, während der operative Gewinn im dritten Quartal um 5,8 Prozent nachgab.

Börse Global bei Google bevorzugenBei Google bevorzugen
Die Kernpunkte:
  • Operativer Gewinn sank auf 12,705 Milliarden Dollar
  • BNSF-Gewinn stieg im Quartal um 19 Prozent
  • Energiegeschäft verzeichnete ein Plus von acht Prozent
  • GEICOs Schadenquote kletterte auf 76,6 Prozent

Das Gegengewicht zur Versicherung wird wichtiger

Berkshire Hathaways Bahn- und Energiegeschäft könnte die nächste Phase der Gewinnentwicklung prägen: Beide Bereiche wachsen, während die Versicherer schwächer abschneiden. Für Anleger spricht das für die Breite des Konzerns, sofern die Zuwächse außerhalb der Versicherung anhalten. Die Anlageentscheidung hängt damit wesentlich daran, ob diese Geschäfte die Belastungen künftig stärker auffangen können.

Die gestern veröffentlichten Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 zeigen die Größenordnung dieser Aufgabe. Der operative Gewinn sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 5,8% auf 12,705 Milliarden US-Dollar.

Unter CEO Greg Abel steht damit die operative Widerstandskraft im Mittelpunkt. Wer auf eine Stabilisierung setzt, braucht vor allem belastbare Ergebnisbeiträge aus den unterschiedlichen Geschäften. Die kräftigen Aktienrückkäufe ergänzen dieses Bild, während die Entwicklung der Tochtergesellschaften darüber entscheidet, wie tragfähig die Gewinnbasis bleibt.

Für den nächsten Handelstag zählt deshalb die Gewichtung: Stellen Anleger die schwächeren Versicherungszahlen in den Vordergrund oder die wachsenden Beiträge der übrigen Bereiche?

Entscheidend ist die Stabilisierung des operativen Gewinns

Die zentrale Messgröße bleibt der operative Konzerngewinn. Er bündelt die gegenläufigen Entwicklungen und zeigt damit, ob die stärkeren Bereiche tatsächlich genügend Ausgleich schaffen. Eine Verbesserung wäre besonders überzeugend, wenn sie sowohl aus robusten Nichtversicherungsgeschäften als auch aus nachlassendem Druck bei den Versicherern käme.

BNSF steigerte den Gewinn im dritten Quartal 2026 um 19%. Berkshire Hathaway Energy legte um 8% zu. Fertigung, Dienstleistungen und Einzelhandel erreichten zusammen ein Gewinnwachstum von 12%.

Damit verteilt sich die Unterstützung auf mehrere Bereiche. Für die weitere Entwicklung spricht diese Breite, sofern sie erhalten bleibt. Die entscheidende Hürde liegt darin, aus mehreren positiven Einzelbeiträgen wieder Wachstum auf Konzernebene zu machen. Anleger sollten daher die Fortschritte der Sparten daran messen, wie viel davon beim operativen Gesamtergebnis ankommt.

BNSF könnte den Ergebnisrückgang stärker abfedern

Das positive Szenario beginnt bei der Bahntochter. Bei BNSF stiegen im dritten Quartal 2026 das Transportvolumen um 3,9% und der durchschnittliche Erlös je Einheit um 10,5%. Gleichzeitig verbesserte sich die Betriebsquote auf 63,8%.

Diese Kombination spricht für BNSF, sofern höhere Erlöse und mehr Transporte auch künftig den Kostendruck auffangen. Die Verbesserung der Betriebsquote zeigt, dass die Bahn im abgelaufenen Quartal trotz steigender Aufwendungen profitabler arbeitete. Eine Fortsetzung würde das Gegengewicht zum Versicherungsgeschäft stärken.

Zusätzlichen Rückhalt liefern die anderen Nichtversicherungsbereiche. Neben Energie sowie Fertigung, Dienstleistungen und Einzelhandel entwickelte sich auch Precision Castparts stärker: Der Vorsteuergewinn stieg im dritten Quartal 2026 um 30%.

Für Berkshire wäre eine breit getragene Fortsetzung dieser Entwicklung günstig. Stabilisierten sich gleichzeitig die Versicherungsgewinne, müsste der Konzern weniger Belastungen kompensieren. Dann könnten die bereits wachsenden Geschäfte stärker auf den operativen Gesamtgewinn durchschlagen. Das wäre das überzeugendere Signal für eine Erholung als eine Verbesserung, die allein von einer einzelnen Tochter abhängt.

Höhere Schäden könnten den Ausgleich überfordern

Das ernsthafte Gegenargument liegt in der Schadenentwicklung bei GEICO. Berkshire führte die höhere Schadenquote auf häufigere und teurere Schäden sowie niedrigere durchschnittliche verdiente Prämien je Police zurück. Damit treffen steigende Belastungen auf eine schwächere Prämienbasis je Vertrag.

GEICOs Schadenquote erhöhte sich im dritten Quartal 2026 auf 76,6%, nach 71,5% im Vorjahresquartal. Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb stiegen zugleich um 17%.

Hält dieser Druck an, müssten die übrigen Geschäfte immer mehr zum Ausgleich beitragen. Auch BNSF besitzt dabei keine unbegrenzten Reserven: Höhere Treibstoffkosten belasteten bereits das abgelaufene Quartal. Das positive Szenario hängt deshalb sowohl an der Versicherung als auch daran, wie widerstandsfähig das Wachstum der Bahn gegenüber weiteren Kostensteigerungen bleibt.

Die Rückkäufe verbessern das Anlagebild unter diesen Bedingungen nur dann nachhaltig, wenn auch die Gewinnbasis trägt. Reuters zufolge erwarb Berkshire im dritten Quartal 2026 eigene Aktien für 9,6 Milliarden US-Dollar und im Oktober für weitere rund 2 Milliarden US-Dollar.

Die nächste Handelsreaktion prüft die Gewichtung

Solange Bahn, Energie und die übrigen Nichtversicherungsgeschäfte weiter wachsen, besitzt Berkshire ein belastbares Gegengewicht zu schwächeren Versicherungsbeiträgen. Lässt diese Unterstützung nach und steigt zugleich der Schadendruck, würde die Aussicht auf eine operative Stabilisierung schwächer.

Der nächste konkrete Prüfpunkt ist die für Montag, 9.11.2026, vorgesehene US-Börsensitzung. Sie bietet die erste reguläre Handelsreaktion auf die gestern veröffentlichten Zahlen. Für die Folgewoche wird außerdem die Portfolioeinreichung erwartet. Sie könnte zusätzliche Hinweise darauf geben, wie Berkshire seine Aktienanlagen unter Abel ausrichtet.

Für eine konstruktive Einschätzung spricht die Breite der wachsenden Geschäfte, sofern sie künftig wieder einen steigenden operativen Konzerngewinn ermöglicht. Vorsicht ist angebracht, wenn höhere Versicherungskosten diese Fortschritte weiter aufzehren. Genau an diesem Ausgleich entscheidet sich, wie viel Gewicht Anleger den starken Nichtversicherungsbereichen beimessen können.

Anzeige

Stand heute, 8. November: Berkshire Hathaway – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Berkshire Hathaway investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 8. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Berkshire Hathaway: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Berkshire Hathaway