Bertrandt Aktie: 1.437 Stellen gestrichen

Der Engineering-Dienstleister Bertrandt streicht über 1.400 Stellen und erwartet nach einem Millionenverlust nun einen Umsatzrückgang.

Die Kernpunkte:
  • Nettoverlust steigt auf 16,4 Millionen Euro
  • 1.437 Stellen innerhalb eines Jahres gestrichen
  • Umsatzprognose auf minus zehn Prozent gesenkt
  • Aktie erholt sich nach Zehn-Jahres-Tief

Bertrandt zieht die Reißleine. Der Engineering-Dienstleister reagiert auf die anhaltende Schwäche der Automobilindustrie mit einem massiven Personalabbau und revidiert seine Jahresziele deutlich nach unten.

Verluste weiten sich aus

Die Ertragslage hat sich im zweiten Quartal massiv verschlechtert. Der Nettoverlust stieg auf 16,42 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Fehlbetrag von 11,15 Millionen Euro verbucht wurde. Für das gesamte erste Halbjahr summiert sich das Minus damit auf 19,18 Millionen Euro.

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Beim operativen Ergebnis (EBIT) steht für das zweite Quartal ein Verlust von rund 13 Millionen Euro. Parallel dazu sank das Ergebnis je Aktie auf minus 1,62 Euro.

Massiver Personalabbau bei Bertrandt

Um auf die geringere Auslastung zu reagieren, hat das Unternehmen den Personalbestand drastisch reduziert. Innerhalb eines Jahres wurden 1.437 Stellen gestrichen. Ende März 2026 beschäftigte der Konzern noch 11.744 Mitarbeitende.

Hintergrund dieser Maßnahme ist die mangelnde Dynamik bei den Kundenabrufen. Zwar ist der Auftragsbestand im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Verzögerungen bei Automobilkunden verhindern jedoch die zeitnahe Umsetzung in Umsatz.

Revidierte Prognose und geopolitische Risiken

Der Vorstand hat seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr korrigiert. Statt des ursprünglich geplanten leichten Wachstums rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatzrückgang von bis zu zehn Prozent.

Erschwert wird die Planung durch makroökonomische Unsicherheiten. Insbesondere die Verschärfung des Iran-Konflikts belastet die Aussichten für die zweite Jahreshälfte. Mit dem Programm „Fit for Future“ will das Management die Kostenstruktur nun nachhaltig verbessern.

Aktie stabilisiert sich nach Rekordtief

An der Börse markierte das Papier im Mai mit 9,10 Euro ein neues Zehn-Jahres-Tief. Am Donnerstag erholte sich der Kurs um 8,60 Prozent auf 10,10 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertverlust dennoch auf fast 48 Prozent.

Ein Rückhalt bleibt die Bilanzstruktur mit einer Eigenkapitalquote von 44,5 Prozent. Bis zum Jahr 2027 plant Bertrandt, den Anteil der Erlöse außerhalb des Automobilsektors auf 25 Prozent zu steigern. Damit soll die Abhängigkeit von einzelnen Industriezyklen künftig sinken.

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