Bertrandt Aktie: EBIT schlägt Konsens um 6,9 Millionen
Bertrandt meldet weniger Umsatz, verbessert aber das EBIT. Die DZ Bank stuft die Aktie ab und verweist auf schwache Autoaufträge.

- DZ Bank reduziert Bertrandt-Kursziel
- Umsatz in neun Monaten gesunken
- EBIT-Verlust fällt geringer aus
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 51 Prozent
Die DZ Bank hat am Montag ihr Urteil für die Aktie des Ingenieurdienstleisters Bertrandt revidiert und das Papier von „Kaufen“ auf „Halten“ herabgestuft. Als Hauptgrund für diesen Schritt nannten die Analysten die anhaltende Zurückhaltung der Automobilkunden bei der Vergabe von Entwicklungsaufträgen.
Das Kursziel wurde in diesem Zuge deutlich von 12,50 Euro auf 9,50 Euro gesenkt, da eine kurzfristige Erholung der Auftragseingänge derzeit nicht absehbar scheint.
Umsatzrückgang bei verbesserter operativer Tendenz
Die Herabstufung erfolgte unmittelbar nach der Bekanntgabe der Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres bis zum 30. Juni 2026. Der Umsatz von Bertrandt sank in diesem Zeitraum auf 214,5 Millionen Euro, verglichen mit rund 224,5 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Trotz des rückläufigen Geschäftsvolumens verzeichnete das Unternehmen eine Verbesserung beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Dieses lag bei minus 15,8 Millionen Euro, nach einem Fehlbetrag von 24,5 Millionen Euro im Jahr zuvor.
Damit übertraf das Unternehmen beim EBIT den Marktkonsens, den Analysten zuvor bei minus 22,7 Millionen Euro erwartet hatten. Die Unternehmensführung bestätigte am Montag zudem ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026. Erwartet wird weiterhin ein Umsatzrückgang von bis zu 10 Prozent, während das EBIT eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorjahr aufweisen soll.
Strategische Neuausrichtung weg vom Kerngeschäft Auto
Neben den reinen Geschäftszahlen rückt die strategische Ausrichtung des Unternehmens in den Fokus. Wie die FAZ am 18. August berichtete, reagiert Bertrandt auf die veränderte Marktlage durch einen Stellenabbau und eine verstärkte Konzentration auf die Branchen Rüstung und Luftfahrt.
Hintergrund dieser Entwicklung ist, dass große deutsche Automobilhersteller wie Volkswagen, Mercedes und Porsche ihre Entwicklungsaufträge reduzieren oder vermehrt in die eigenen Werke zurückholen.
Bereits am 19. August hatte First Berlin Equity Research die Aktie bewertet. Die Analysten stuften den Wert zwar von „Add“ auf „Buy“ herauf, reduzierten jedoch das Kursziel auf 10,00 Euro. Diese Anpassung begründeten sie mit einer Aktualisierung ihrer Bewertungsmethodik.
Anhaltende Kursschwäche belastet Anleger
Die fundamentale Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 51 Prozent an Wert verloren. Aktuell notiert das Papier bei 9,04 Euro und liegt damit deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt, von dem es ein negativer Abstand von 36 Prozent trennt.
Anleger blicken nun auf den 17. Dezember, wenn der vollständige Geschäftsbericht für das Jahr 2025/2026 veröffentlicht werden soll. Bis dahin bleibt die Frage zentral, wie schnell die Diversifizierung in neue Geschäftsfelder die Schwäche im angestammten Automobilsektor kompensieren kann.
Das Erreichen der operativen Ziele für das Gesamtjahr wird maßgeblich davon abhängen, ob die eingeleiteten Sparmaßnahmen die geringere Auslastung auffangen können.
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