Bertrandt Aktie: EBIT verbessert sich deutlich
Bertrandt verbessert das EBIT dank Einsparungen, bestätigt die Jahresprognose und baut auf Luftfahrt sowie Verteidigung als Umsatzstützen.

- EBIT-Verlust gegenüber Vorjahr verringert
- Jahresausblick vom Management bestätigt
- Aerospace und Defence liefern Umsatzanteil
- DZ Bank senkt Kursziel auf 9,50 Euro
Die wirtschaftliche Neuaufstellung des Ingenieurdienstleisters Bertrandt prägt das aktuelle Geschehen am Kapitalmarkt. Während die traditionelle Abhängigkeit von der deutschen Automobilindustrie das Unternehmen vor strukturelle Herausforderungen stellt, gewinnt die Diversifizierung in die Sektoren Luftfahrt und Verteidigung zunehmend an Gewicht. Diese strategische Verschiebung findet vor dem Hintergrund eines massiven Kursverfalls statt, da die Aktie seit Jahresbeginn rund 50 % an Wert verloren hat.
Operative Stabilisierung durch Effizienzprogramm
Der Anfang August veröffentlichte Bericht zum dritten Quartal 2025/2026 verdeutlicht die aktuelle Lage des Unternehmens. Die Gesamtleistung sank im Vergleich zum Vorquartal auf 214,5 Millionen Euro.
Dennoch zeigen die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen im Rahmen des Programms „Fit for Future“ Wirkung: Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich auf minus 15,8 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Fehlbetrag von 24,5 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte.
Trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds bestätigte das Management die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Erwartet wird ein Umsatzrückgang von bis zu 10 %, während beim EBIT eine deutliche Verbesserung angestrebt wird. Diese Stabilisierung wird maßgeblich durch einen starken Auftragseingang gestützt, der zum Ende des Berichtzeitraums verzeichnet wurde.
Luftfahrt und Verteidigung als Wachstumsanker
Ein zentraler Pfeiler der künftigen Unternehmensausrichtung ist der Bereich Aerospace und Defence. Dieser Sektor steuert inzwischen rund 20 % zum Gesamtumsatz bei und weist eine hohe Dynamik auf.
Medienberichten zufolge soll dieses Wachstum die projektbezogene Zurückhaltung der großen Automobilhersteller zumindest teilweise kompensieren. Während die Fahrzeughersteller bei neuen Projektabrufen zögern, bietet die verstärkte Nachfrage in der Verteidigungstechnik eine stabilisierende Basis.
Analysten bewerten diese Entwicklung unterschiedlich. Am 24. August stufte die DZ Bank das Papier von „Kaufen“ auf „Halten“ ab und senkte das Kursziel auf 9,50 Euro. Als Grund nannten die Experten die fehlende kurzfristige Verbesserung bei den Projektabrufen im Automobilsektor trotz der positiven Effekte durch Kostensenkungen.
Bereits am 5. August hatte die Montega AG ihr Kursziel auf 18,00 Euro korrigiert, hielt jedoch an einer Kaufempfehlung fest. Der Analyst Bastian Brach verwies dabei auf die notwendigen strukturellen Anpassungen der Branche, sah jedoch die operative Erholung auf niedrigem Niveau fortgesetzt.
Marktdaten und technische Indikatoren
Im heutigen Handel notiert das Papier bei 9,26 Euro und damit etwa 4,7 % über dem 50-Tage-Durchschnitt. Diese leichte Erholung ändert jedoch wenig an der langfristigen Bilanz der vergangenen Monate.
Das Unternehmen sieht sich weiterhin mit den Unsicherheiten bezüglich des Zeitpunkts konfrontiert, an dem die positiven Effekte der Kostensenkungen vollständig in ein stabiles positives Ergebnisniveau münden werden. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf 92,57 Millionen Euro.
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