Beyond Meat Aktie: Richterin kürzt Schadensersatz

Die Richterin reduzierte die Zahlung auf rund 15,44 Millionen US-Dollar; der Schuldentausch kann bestehende Anteile weiter verwässern.

Die Kernpunkte:
  • Schadensersatz auf 15,44 Millionen reduziert
  • Gewinnabschöpfung bleibt weiterhin bestehen
  • Erste Tranche umfasst 1.097.444 neue Aktien
  • US-Markt schrumpfte seit 2021 um 21 bis 35 Prozent

Richterin kürzt millionenschwere Schadensersatzzahlung

Beyond Meat verschafft sich an juristischer Front spürbare Entlastung. US-Bundesrichterin Indira Talwani reduzierte am 18. September ein Urteil wegen Markenverletzung gegen das Unternehmen von 38,9 Millionen US-Dollar auf rund 15,44 Millionen US-Dollar. Der von den Geschworenen ursprünglich zugesprochene Schadensersatz in Höhe von 23,5 Millionen US-Dollar wurde dabei nahezu vollständig gestrichen.

Hintergrund des Rechtsstreits ist eine Klage der Sonate Corp., die unter dem Namen Vegadelphia Foods auftritt. Das Unternehmen warf Beyond Meat vor, mit Werbeslogans wie „Plant Based Great Taste“ bestehende Markenrechte verletzt zu haben.

Während das Gericht den pauschalen Schadensersatz verwarf, blieb die Abschöpfung erzielter Gewinne bestehen. Gegen die Entscheidung stehen beiden Seiten noch Rechtsmittel sowie weitere Anträge nach Abschluss des Verfahrens offen.

Kapitalmaßnahmen belasten die Notierung

Trotz des juristischen Teilerfolgs geriet das Papier an der Börse zuletzt unter Druck. Am gestrigen Mittwoch verlor der Kurs 13 Prozent und schloss bei 10,03 US-Dollar. Ursache der jüngsten Abgaben ist eine Vereinbarung zur Entschuldung: Beyond Meat tilgt ausstehende Wandelanleihen mit Fälligkeit 2027 im Nennwert von rund 15 Millionen US-Dollar vorzeitig über die Ausgabe neuer Aktien.

Der Tausch erfolgt zu 96 Prozent des Nennwerts. Zur ersten Abrechnung gibt das Unternehmen 1.097.444 neue Anteilsscheine aus. Sollte der Referenzkurs in den folgenden Handelstagen die vereinbarte Untergrenze von 7,4009 US-Dollar erreichen, droht die Ausgabe von bis zu 848.265 weiteren Aktien. Für die bestehenden Aktionäre bedeutet dieser Schritt eine spürbare Verwässerung ihrer Anteile.

Marktumfeld bleibt für pflanzliche Alternativen schwierig

Die anhaltenden Bilanzbereinigungen treffen auf ein abgekühltes Branchenumfeld. Laut Erhebungen des Marktforschungsinstituts Mintel ist der US-Markt für pflanzliche Fleischalternativen seit 2021 um 21 bis 35 Prozent geschrumpft. Höhere Preise im Vergleich zu herkömmlichem Fleisch sowie Vorbehalte gegenüber verarbeiteten Zutaten bremsen die Nachfrage im gesamten Sektor.

Dass der Gegenwind die gesamte Branche erfasst, zeigen auch die Reaktionen der Konkurrenz. So kündigte der Nahrungsmittelkonzern Maple Leaf Foods die Schließung von zwei Produktionsstätten für pflanzliche Alternativen in Seattle und Turners Falls an, um seine Kapazitäten an einem zentralen Standort zu bündeln. Für Beyond Meat bleibt die Kombination aus operativer Marktbereinigung und Verwässerungsrisiken die bestimmende Herausforderung der kommenden Monate.

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