BHP: Eisenerz und Kupfer ziehen sie ins Minus
Kupferproduktion sank um 19 Prozent, während Eisenerz zulegte; BHP beließ die Gesamtjahresprognose unverändert.

- BHP-Aktie verlor gestern 2,5 Prozent
- Kupferförderung sank auf 400,7 kt
- Eisenerzproduktion stieg auf 66,5 Mt
- Gesamtjahresprognose blieb unverändert
BHP hat gestern im Sog schwächerer Eisenerz- und Kupferpreise 2,5% verloren. Medienberichten zufolge belasteten die schwache chinesische Stahlnachfrage und Probleme im Immobiliensektor das Umfeld. Der Rückgang steht damit im Zusammenhang mit dem Rohstoffmarkt – nicht mit einer neuen Unternehmensmeldung. Für Anleger trifft dieser Gegenwind auf ein operativ gemischtes Bild bei BHP.
Rohstoffpreise belasten das Umfeld
Beim Kupfer drückten gestern Verkäufe von Technologieaktien und höhere Ölpreise auf die Risikobereitschaft. Auch das Metall geriet dadurch unter Druck. Beim Eisenerz kamen Berichten zufolge saisonale Abschwächungen der Bautätigkeit zu den Belastungen aus China hinzu.
Damit betreffen die Marktbewegungen beide Rohstoffe, deren jüngste Förderentwicklung bei BHP unterschiedlich ausfiel. Das ist für die Einordnung des Kursverlusts entscheidend: Schwächere Rohstoffpreise bilden den aktuellen Hintergrund. Die im Oktober veröffentlichten Produktionszahlen zeigen dagegen, wo BHP selbst operative Rückschläge verzeichnete und wo die Förderung zulegte.
Kupferförderung durch mehrere Störungen gebremst
Am 20. Oktober meldete BHP einen Rückgang der Kupferproduktion um 19% auf 400,7 kt. Als Ursachen nannte das Unternehmen unter anderem planmäßig niedrigere Erzgehalte und Wartungsarbeiten. Hinzu kamen schwere Wetterbedingungen, sicherheitsbedingte Unterbrechungen und ein Ausfall einer Förderanlage bei Carrapateena.
Der Produktionsrückgang lässt sich damit nicht allein auf eine einzelne Störung zurückführen. Geplante Einflüsse und ungeplante Unterbrechungen trafen zusammen. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Eine schwächere Förderung und ein schwächerer Kupferpreis sind verschiedene Belastungen, auch wenn beide gleichzeitig Aufmerksamkeit verlangen.
BHP berichtete außerdem über zwei Todesfälle unter Beschäftigten an den Standorten Escondida und Peak Downs. Untersuchungen dazu liefen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des operativen Berichts.
Eisenerz legt zu, Prognose bleibt unverändert
Die Eisenerzproduktion stieg dagegen um 4% auf 66,5 Mt. Das westaustralische Eisenerzgeschäft WAIO erreichte nach Unternehmensangaben Rekorde im Minenbetrieb und im Hafenbetrieb.
Diese Entwicklung bildet das operative Gegengewicht zur schwächeren Kupferförderung. BHP hielt zugleich an seiner Produktionsprognose für das Gesamtjahr über alle Geschäftsbereiche hinweg fest. Der Quartalsrückgang beim Kupfer führte somit nicht zu einer Senkung der Förderziele.
Die unveränderte Prognose beseitigt allerdings nicht den Gegenwind durch niedrigere Rohstoffpreise. Sie betrifft die erwartete Produktion, nicht die Preisentwicklung. Genau diese Trennung prägt die Lage: BHP bestätigt seine Förderplanung, während das Marktumfeld die Aktie belastet.
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