Bilfinger Aktie: Wasserkraft-Auftrag aus Steyr

Trotz 450-Millionen-Schuldschein und neuen Aufträgen fällt die Bilfinger-Aktie weiter. Analysten sehen dennoch deutliches Kurspotenzial.

Die Kernpunkte:
  • Schuldschein über 450 Mio. Euro platziert
  • Wartungsauftrag für Wasserkraftwerk in Steyr
  • Aktie rutscht Richtung 52-Wochen-Tief
  • Analysten bestätigen überwiegend Kaufempfehlungen

Bilfinger sammelt frisches Kapital ein und holt sich neue Aufträge – an der Börse kommt das bislang kaum an. Die Aktie des Industriedienstleisters schloss am Montag bei 79,80 Euro und damit nur 4,11 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn steht ein Kursminus von 25,63 Prozent zu Buche, obwohl das Unternehmen zuletzt mehrere operative Erfolge vermeldete.

Erfolgreiche Kapitalaufnahme und neuer Wasserkraft-Auftrag

Am Freitag teilte Bilfinger mit, ein Schuldscheindarlehen über 450 Millionen Euro bei institutionellen Anlegern platziert zu haben. Die Nachfrage war den Angaben zufolge in den vergangenen Tagen hoch, das Volumen wurde entsprechend voll ausgeschöpft.

Am selben Tag meldete das Unternehmen zudem einen Auftrag der österreichischen Ennskraftwerke AG: Bilfinger soll die Effizienz und Anlagenverfügbarkeit eines Wasserkraftwerks in Steyr sichern. Beide Meldungen fallen in eine Woche, die Reuters/Dow Jones bereits Ende Juli als Beobachtungszeitraum für Bilfinger markiert hatte.

Auftragsserie im Energiesektor

Der Wasserkraft-Auftrag reiht sich in eine Serie von Vertragsabschlüssen der vergangenen Wochen ein. Ende Juli schloss Bilfinger mit Harbour Energy Germany eine Rahmenvereinbarung zur Optimierung der Öl- und Gasproduktion. Anfang Juli erweiterte das Unternehmen sein Digitalangebot für den Energiesektor durch die Übernahme einer KI-gestützten Plattform von Zentur.io GmbH.

Bereits Ende Juni hatte der Energieversorger BS Energy Bilfinger mit dem Owner’s Engineering für einen umfassenden Rahmenvertrag über Heizkraftwerke beauftragt. In Summe zeigt sich ein Unternehmen, das seine Auftragsbücher über mehrere Sparten hinweg füllt – von klassischer Kraftwerkstechnik über Öl und Gas bis zur Digitalisierung.

Analysten mit positivem Blick

Die jüngsten Einschätzungen der Analysten fielen überwiegend konstruktiv aus. Die Deutsche Bank senkte am 24. Juli ihr Kursziel für Bilfinger auf 125 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Bernstein stufte die Aktie bereits einen Tag zuvor auf „Kaufen“ hoch.

Beide Häuser sehen damit deutliches Potenzial über dem aktuellen Kursniveau. Etwas zurückhaltender hatte sich Anfang Juli UBS positioniert, die Bilfinger seinerzeit auf „Neutral“ beließ und ein Kursziel von 107 Euro nannte – eine Einschätzung, die mittlerweile mehrere Wochen zurückliegt.

Kursverlauf bleibt unter Druck

Trotz der positiveren Analystenstimmen und der operativen Nachrichtenlage bewegt sich die Aktie näher am Jahrestief als am Jahreshoch. Das 52-Wochen-Hoch von 125,60 Euro aus dem Februar liegt inzwischen weit entfernt, während der Kurs zuletzt in Richtung des im Juni markierten Tiefs von 76,65 Euro rutschte.

Für Anleger bleibt damit eine Diskrepanz bestehen: Auf der operativen Seite sammelt Bilfinger Aufträge und sichert sich über den Schuldschein zusätzliche Finanzierungsspielräume. Der Aktienmarkt honoriert das bislang nicht, was die Frage aufwirft, ob die jüngste Auftragsdynamik erst mit den nächsten Geschäftszahlen sichtbaren Niederschlag im Kurs finden muss.

Anzeige

Bilfinger-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bilfinger-Analyse vom 11. August liefert die Antwort:

Die neusten Bilfinger-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bilfinger-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bilfinger: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Bilfinger