Bilfinger muss die Notbremse ziehen

Bilfinger verdient seine Brötchen mit internationalen Unternehmungen in allen Bereichen des Bauens. Eigentlich, denn nach Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen für die ersten drei Monate des laufenden Jahres muss sicher der eine oder andere hungrig bleiben.

 

Bilfinger
© Bilfinger

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Start in das neue Jahr misslungen ist und weit reichende Konsequenzen für Bilfinger nach sich ziehen wird, Anders scheint ein Weg aus der Misere nicht machbar.

 

Bilfinger präsentiert negatives Ergebnis

Das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführenden Aktivitäten lag im 1.Quartal bei -21 Mio. Euro. Zum Vergleich, im Vorjahreszeitraum wurde hier noch ein Plus von 26 Mio. Euro ausgewiesen. Beim bereinigten EBITDA sank der Wert von 47 Mio. Euro im Vorjahr auf nun -8 Mio. Euro.

Die Sparte Industrial verzeichnete einen Rückgang des Ergebnisses von 31 Mio. Euro im Vorjahr auf aktuell 9 Mio. Euro. In der Sparte Power sank das EBITA nach 16 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf -18 Mio. Euro. Positiv entwickelte sich das EBIT bei einer Leistung von 658 Mio. Euro akquisitionsbedingt von zuvor 12 Mio. Euro auf 18 Mio. Euro in der Sparte Building und Facility.

Gründe für den Rückgang in den beiden ersten Sparten war laut Bilfinger die schwierige Situation im Öl- und Gassektor in Europa und den USA sowie die anhaltende fehlende Nachfrage im Kraftwerksgeschäft in Deutschland und anderen Ländern Europas.

 

Bilfinger zeigt durchwachsenen Auftragseingang

Im 1. Quartal steigerte sich der Auftragseingang von 1,8 Mrd. Euro im Vorjahr auf 2,04 Mrd. Euro. Die Sparte Industrial blieb dabei mit 840 Mio. Euro in etwa auf dem Vorjahresniveau. In der Sparte Power ging es von 422Mio Euro auf 325 Mio. Euro abwärts. Stark gestiegen ist lediglich der Auftragseingang in der Sparte Building und Facility mit 917 Mio. Euro nach 636 Mio. Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres. Der Auftragsbestand betrug 5,9 Mrd. Euro und lag damit ebenfalls unter dem Vorjahreswert mit 6,6 Mrd. Euro.

 

Bilfinger sieht Ziele als nicht mehr erreichbar

Der Vorstand räumte nach diesem Desaster ein, die gesteckten Ziele für dieses Geschäftsjahr nicht mehr erreichen zu können. Beim bereinigten EBITDA rechnet Bilfinger mit einem deutlichen Rückgang, gemessen an dem Wert des Vorjahres, mit 270 Mio. Euro.

Wesentlich dafür sind nach Angaben von Bilfinger die weiterhin rückläufige Entwicklung im Öl- und Gasgeschäft, besonders in den USA und die nach wie vor anhaltende schwache Nachfrage im Bereich Power,

Alles Gründe dafür, dass Bilfinger auch das bereinigte Konzernergebnis erheblich niedriger als im Vorjahr erwartet. Da lag der Wert bei 175 Mio. Euro. Zudem werden sich hier einige Sondereffekte, besonders jedoch Restrukturierungskosten auswirken.

Zunächst soll jedoch der Wechsel im Vorstandsvorsitz vollzogen werden. Im Anschluss daran will Bilfinger nach umfassender Analyse eine quantitative Prognose für dieses Jahr vorlegen.

 

Nr. 1 bei Bilfinger heißt SPAREN

Um aus dieser Situation herauszukommen, plant Bilfinger eine Reihe von Maßnahmen. Darunter eine Effizienzsteigerung in der Verwaltung und Anpassungen der Kapazitäten in bestimmten Bereichen der Sparte Industrial.

Darüber hinaus soll es in der Sparte Power zu einer umfassenden Restrukturierung, verbunden mit einer grundlegenden Neuausrichtung kommen.

 

Anleger strafen die Aktie von Bilfinger ab

Es war nicht anders zu erwarten. Nach der Berichterstattung ging es mit der Aktie abwärts. Daran zeigt sich deutlich die Enttäuschung des Marktes und zumindest vorläufig das fehlende Vertrauen der Anleger darin, dass Bilfinger schnell aus der Krise kommt.

In der Folge verlor die Aktie gestern bis Börsenschluss 1,12%. Dieser Trend hält an, sodass die Papiere zum heutigen Börsenstart bereits im freien Fall nach unten bisher weitere 13,67% an Wert verloren haben.

150423 Bilfinger

Verwöhnt waren Anleger bei diesem Wert ohnehin in den letzten Monaten nicht. Seit Juli letzten Jahres gab die Aktie nach und konnte im eigentlich positiven Umfeld bislang die Verluste nur neutralisieren. Dabei ist bei 60 Euro ein eindeutiger Widerstand ausgebildet. Wer erst bei der seit Jahresende einsetzenden Erholung eingestiegen war, dem raten wir zu einem Verkauf der Aktie, da sich auf absehbare Zeit hier keine Erholung des Geschäftes einstellen wird. Anleger, die noch höhere Kurse für einen Einstieg genutzt hatten, sollten sich wohl oder übel in Geduld üben und die Aktie weiter im Depot lassen, um die Realisierung größerer Verluste zu vermeiden.

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