Bilfinger: Tiefrote Zahlen prägen das Bild

Die Gewinnwarnung von Bilfinger im Zuge der Präsentation Zahlen für das 1. Quartal ließ erahnen, dass auch das Folgequartal von Verlusten geprägt sein wird. Die jetzt veröffentlichten Daten für das 2. Quartal lassen diese Ahnung Wirklichkeit werden.

 

© Bilfinger
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Nachdem man im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch einen Gewinn von 47 Mio. Euro ausweisen konnte, stand jetzt unter dem Strich ein Nettoverlust von 423 Mio. Euro.

Das schwache Kraftwerksgeschäft war der Grund für die vorab genannte Gewinnwarnung. Als Konsequenz hieraus stellte Bilfinger die Sparte zum Verkauf. Damit wird dieser Bereich im Halbjahresbericht als nicht fortzuführendes Geschäft nur noch im Nettoergebnis ausgewiesen. Legt man nur das fortgeführte Geschäft um Sonderfaktoren bereinigt zugrunde, hätte der Konzerngewinn bei 31 Mio. Euro gelegen.

 

Leistung bei Bilfinger im positiven Bereich

Auch das bereinigte EBITDA sank im 2. Quartal um 5% auf 53 Mio. Euro. Ein Anstieg von 7% auf 1,6 Mrd. Euro wurde dagegen bei der Leistung verbucht. Hier war es vor allem die weiterhin positive Entwicklung der Sparte Building and Facility, die zu diesem Ergebnis beitrug. In der Sparte Industrial läuft es aufgrund der niedrigen Ölpreise und der anhaltend schwachen Nachfrage im Kraftwerksbereich dagegen weiterhin weniger gut.

 

Halbjahr kann nicht überzeugen

So stand unter dem Strich für das 1. Halbjahr ein Verlust von 439 Mio. Euro nach einem Gewinn von 55 Mio. Euro im Jahr zuvor. Das EBITA sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28% auf 63 Mio. Euro. Bei der Leistung verzeichnete Bilfinger ein Plus von 6% auf 3,12 Mrd. Euro, ungeachtet des Kraftwerksgeschäftes.

Hoffnung macht der Auftragseingang. Dieser konnte um fast ein Drittel erhöht werden. Damit lag der Auftragsbestand über 3% gegenüber dem Vorjahr.

 

Verhaltener Ausblick

In diesem Geschäftsjahr rechnet Bilfinger mit Leistungen für die fortzuführenden Aktivitäten von rund 6,2 Mrd. Euro, also etwa auf Vorjahresniveau. Der Konzern wies allerdings darauf hin, dass man für die Sparte Industrial hier von einem starken Rückgang auf 3,4 Mrd. Euro ausgeht. Das bereinigte EBITA wird zwischen 150 bis 170 Mio. Euro erwartet. Im Vorjahr wurden hier noch 262 Mio. Euro ausgewiesen.

Was Bilfinger dringend braucht, ist eine neue klare Strategie. Wie diese aussehen soll und in welche Richtung es dabei geht, ist bisher noch nicht erläutert worden. Detaillierte Aussagen hierzu will der neue Konzernchef Per Utnegaard Mitte Oktober machen.

 

Aktie weiter abwärts

Die Aktie von Bilfinger konnte sich seit Anfang Juli wieder etwas erholen. Mehrere neue Großaufträge wurden vermeldet und hellten das Chartbild wieder etwas auf.

150812 Bilfinger

Nachdem Bilfinger jedoch den gestrigen Börsentag mit Verlusten von gut 1,8% beendete, setzte sich dieser Trend heute fort. Bisher ging es um weitere 1,10% nach unten, was die Unzufriedenheit der Marktteilnehmer mit dem präsentierten Zahlenwerk zeigt. Auch eine Verkaufsempfehlung der Analysten vom Bankhaus Lampe könnte weiteren Druck auf die Aktie ausüben. So lange nicht klar ist, wie sich Bilfinger in der Zukunft strategisch ausrichten will, ist hier weiterhin mit einer recht hohen Volatilität zu rechnen.

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