BioNTech: 50% Kapitalerhöhung zur Abstimmung am 15. Mai
BioNTech plant eine massive Kapitalerhöhung für die Krebsforschung und einen Wechsel an der Konzernspitze, während das Impfstoffgeschäft schrumpft.

- Geplante Kapitalerhöhung entspricht der Hälfte des Grundkapitals
- Gründer Sahin und Türeci verlassen Ende 2026 das Unternehmen
- Fokus auf bis zu 15 laufende Krebs-Studien der Phase 3
- Umsatzrückgang erwartet, F&E-Ausgaben steigen stark
An der Börse feiert BioNTech derzeit ein Comeback. Die Aktie legte auf Monatssicht fast 25 Prozent zu und notiert aktuell bei knapp 96 Euro. Hinter den Kulissen bereitet das Management tiefgreifende Veränderungen vor. Auf der Hauptversammlung im Mai stehen Entscheidungen an, die das Profil des Unternehmens dauerhaft verändern werden.
Massive Kapitalreserve für die Onkologie
Am 15. Mai 2026 bittet der Vorstand die Aktionäre zum virtuellen Treffen. Der wichtigste Tagesordnungspunkt birgt erhebliches Verwässerungsrisiko. Das Management schlägt ein neues Genehmigtes Kapital vor. Dieses würde die Ausgabe von knapp 130 Millionen neuen Aktien erlauben — was der Hälfte des aktuellen Grundkapitals entspricht. BioNTech sichert sich damit den finanziellen Spielraum für teure Krebsstudien in der Spätphase. Das Unternehmen will die Abhängigkeit vom schrumpfenden Corona-Impfstoffgeschäft zügig verringern.
Finanziell durchläuft der Konzern ein Übergangsjahr. Die Führung rechnet für 2026 mit einem Umsatzrückgang um rund ein Viertel auf gut zwei Milliarden Euro. Parallel dazu klettern die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf bis zu 2,5 Milliarden Euro.
Ein massives Liquiditätspolster im zweistelligen Milliardenbereich federt diesen Umbau ab. Das Geld fließt direkt in die klinische Entwicklung. Bis Jahresende plant das Management mit 15 laufenden Phase-3-Studien. Positive Daten aus der Onkologie-Pipeline trieben den Kurs zuletzt an. Allein in der vergangenen Woche gewann das Papier knapp 15 Prozent.
Wechsel an der Konzernspitze
Neben den Finanzen ordnet BioNTech die Führungsstrukturen neu. Die Mitgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci werden das Unternehmen nach Ablauf ihrer Verträge Ende 2026 verlassen. Sie wechseln in das Management ihrer neuen Firma. Der Aufsichtsrat sucht bereits nach Nachfolgern für die Konzernspitze.
Zur Abstimmung steht im Mai eine Erweiterung des Aufsichtsrats von sechs auf acht Mitglieder. Das Gremium benötigt mehr Expertise in Bereichen wie Vermarktung und klinischer Entwicklung. Im gleichen Schritt plant BioNTech einen Gewinnabführungsvertrag mit einer Tochtergesellschaft. Dieser steuerliche Kniff erlaubt es, künftige Gewinne der Tochter mit den Verlusten der Muttergesellschaft zu verrechnen.
Die kommenden Wochen liefern nun harte Fakten zum operativen Kurs. Am 5. Mai veröffentlicht BioNTech die Zahlen für das erste Quartal 2026. Zehn Tage später müssen die Aktionäre auf der Hauptversammlung entscheiden, ob sie dem Vorstand die weitreichende Kapitalermächtigung für den Onkologie-Umbau gewähren.
BioNTech-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BioNTech-Analyse vom 22. April liefert die Antwort:
Die neusten BioNTech-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BioNTech-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BioNTech: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




