BioNTech Aktie: 30-Prozent-Rally nach Moderna-Studie

Moderna-Studienerfolg bestätigt mRNA-Onkologie-Prinzip und treibt BioNTech-Aktie. Trotz Kursrally mahnen Analysten wegen überkaufter Lage zur Vorsicht.

Die Kernpunkte:
  • Moderna-Studie bestätigt mRNA-Krebsimpfstoff
  • BioNTech-Aktie legt deutlich zu
  • RSI signalisiert überkaufte Aktie
  • Eigene Studien mit Roche ausstehend

Die Onkologie-Branche erlebt einen Erdrutsch – und BioNTech profitiert kräftig mit. Auslöser ist eine Phase-3-Studie von Moderna und Merck, die am Wochenende positive Ergebnisse für einen personalisierten mRNA-Krebsimpfstoff gegen Melanom zeigte.

Die Studie mit der Bezeichnung INTerpath-001 belegt, dass die Kombination aus dem Impfstoff Intismeran und Keytruda das Rezidivrisiko gegenüber einer alleinigen Keytruda-Behandlung signifikant senkt. Moderna-Aktien schossen daraufhin zeitweise um 177 Prozent nach oben, bevor ein Teil der Gewinne wieder abgegeben wurde.

Für BioNTech ist die Nachricht mehr als nur ein Nachbarschaftseffekt. Das Unternehmen verfolgt gemeinsam mit Roche ein ähnliches Konzept bei Pankreas- und Darmkrebs – personalisierte mRNA-Ansätze, die Tumormutationen adressieren, wie sie auch bei Moderna zum Einsatz kommen. Der Erfolg der Konkurrenz gilt Marktbeobachtern als Bestätigung des gesamten Wirkprinzips und strahlt damit direkt auf die eigene Onkologie-Pipeline von BioNTech aus.

Kursrally seit Wochen im Gange

Die BioNTech-Aktie notiert an der New Yorker Börse bereits seit dem vergangenen Freitag über 110 US-Dollar und hat innerhalb einer Woche zwischenzeitlich um bis zu 30 Prozent zugelegt. Im deutschen Handel kostet das Papier aktuell 98,55 Euro, nach einem Rückgang von 1,2 Prozent im heutigen Handelsverlauf – ein Innehalten nach der starken Vorwoche.

Die Bewegung reiht sich ein in eine bereits laufende Erholung, die seit dem Führungswechsel an der Unternehmensspitze vor gut drei Wochen sowie seit den jüngsten Quartalszahlen sichtbar ist.

Fundamental bleibt die Ausgangslage angespannt: BioNTech wies im zweiten Quartal einen Umsatz von 105 Millionen Euro bei einem Nettoverlust von 820 Millionen Euro aus. Der Führungswechsel zu Guido Oelkers als neuem Vorstandsvorsitzenden soll bis 2027 vollzogen sein. Immerhin steht eine Zahlung von 613 Millionen Euro von Bristol Myers Squibb für das dritte Quartal in Aussicht, die die klamme Kasse etwas auffüllen dürfte.

Überkaufte Lage mahnt zur Vorsicht

Der technische Blick auf das Papier zeigt deutliche Warnsignale. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 75 Punkten – ein Wert, der klassisch als überkauft gilt und in der jüngsten Berichterstattung mit Werten zwischen 75 und 76 bestätigt wird.

Analysten verorten eine Unterstützungszone bei 80 bis 81 US-Dollar und einen Widerstand bei 120 US-Dollar. Zwischen diesen Marken dürfte sich das weitere Kursgeschehen zunächst abspielen, sollte die Euphorie um die Moderna-Daten nachlassen.

Die entscheidende Frage für Anleger lautet nun, ob der Kurssprung eine dauerhafte Neubewertung der BioNTech-Onkologiepipeline widerspiegelt oder lediglich ein branchenweiter Reflex auf fremde Studiendaten ist.

Belastbare eigene klinische Ergebnisse zu den Pankreas- und Darmkrebs-Programmen mit Roche stehen noch aus. Bis dahin bleibt die Aktie von der Stimmung rund um die gesamte mRNA-Onkologie abhängig – eine Abhängigkeit, die sich in der aktuellen Volatilität von 65 Prozent auf Jahresbasis deutlich widerspiegelt.

Kurzfristig dürfte der überkaufte Zustand für Konsolidierung sorgen. Langfristig hängt die Bewertung davon ab, ob BioNTech aus dem validierten Wirkprinzip der Konkurrenz eigene, überzeugende Studienergebnisse ableiten kann.

Anzeige

BioNTech-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BioNTech-Analyse vom 24. August liefert die Antwort:

Die neusten BioNTech-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BioNTech-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BioNTech: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu BioNTech