BioNTech Aktie: 72,7 Prozent Ansprechrate bei Plattenepithel
BioNTech präsentiert vielversprechende Lungenkrebs-Studienergebnisse. UBS stuft die Aktie hoch. Der Fokus liegt nun auf der Onkologie-Pipeline.

- Positive Zwischenergebnisse bei Lungenkrebsstudie
- UBS stuft Aktie auf „Buy“ hoch
- Strategischer Fokus auf Onkologie-Pipeline
- Hohe Investitionen belasten Quartalsergebnis
BioNTech rückt mit neuen Krebsdaten wieder stärker ins Blickfeld. Auf dem ASCO-Kongress in Chicago legte das Mainzer Biotech-Unternehmen Zwischenergebnisse aus einer Lungenkrebsstudie vor, die für die Bewertung der Aktie wichtig werden könnten. Der Kern: BioNTech will beweisen, dass die Zukunft nicht mehr nur am mRNA-Impfstoffgeschäft hängt.
Die Aktie notiert aktuell bei 82,50 Euro und liegt damit auf Wochensicht 3,38 Prozent im Plus. Über zwölf Monate steht dennoch ein Minus von 16,58 Prozent — der Markt bleibt also vorsichtig.
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Pumitamig liefert erste Signale
BioNTech und Partner Bristol Myers Squibb präsentierten Daten aus der globalen Phase-2-Studie ROSETTA Lung-02. Untersucht wird Pumitamig, ein bispezifischer Immunmodulator gegen PD-L1 und VEGF-A, kombiniert mit Chemotherapie bei zuvor unbehandeltem, fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.
Die Zwischenergebnisse fallen auffällig aus. In der nicht-plattenepithelialen Kohorte lag die bestätigte objektive Ansprechrate bei 63,6 Prozent, in der plattenepithelialen Kohorte bei 72,7 Prozent.
Diese Werte basieren auf 40 auswertbaren Patienten bei einer medianen Nachbeobachtung von 9,0 Monaten. Damit bleibt die Datenbasis noch begrenzt. Für BioNTech zählt dennoch der strategische Punkt: Pumitamig ist der erste PD-(L)1xVEGF-bispezifische Kandidat mit globalen Erstlinien-Daten. Der Phase-3-Teil der Studie läuft bereits.
UBS sieht mehr Wert in der Onkologie
Kurz vor der ASCO-Präsentation hatte UBS die Einschätzung zu BioNTech angehoben. Die Bank stufte die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und erhöhte das Kursziel von 117 Dollar auf 135 Dollar.
Die Begründung passt zur aktuellen Datenlage. UBS verweist auf das Potenzial der breiter werdenden Onkologie-Pipeline jenseits des etablierten mRNA-Impfstoffgeschäfts. Genau dort liegt der Hebel für die Bewertung: BioNTech muss zeigen, dass aus Forschungsvorhaben marktfähige Medikamente werden.
Der Aktienkurs spiegelt diese Übergangsphase wider. BioNTech hat viel Cash und eine starke Forschungsbasis, aber die Pandemie-Umsätze sind nicht mehr der Maßstab. Neue klinische Erfolge müssen die Lücke füllen.
Konkurrenz setzt die Messlatte hoch
Das Feld bei bispezifischen Antikörpern gegen Lungenkrebs ist hart umkämpft. In derselben ASCO-Sitzung präsentierte Summit Therapeutics Phase-3-Daten zu Ivonescimab aus der HARMONi-6-Studie.
Dort zeigte sich beim Gesamtüberleben ein Vorteil gegenüber Tislelizumab: median 27,9 Monate gegenüber 23,7 Monaten bei Patienten mit fortgeschrittenem plattenepithelialem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Das ist ein relevanter Vergleichspunkt für BioNTech, auch wenn Pumitamig noch früher in der klinischen Entwicklung steht.
Die Richtung ist klar. Die Branche kombiniert Immuntherapie zunehmend mit anti-angiogenen Mechanismen, um Resistenzen bei soliden Tumoren zu adressieren. BioNTech spielt in diesem Trend mit, muss aber erst größere und reifere Daten liefern.
Finanziell bleibt der Umbau teuer. Im ersten Quartal 2026 erzielte BioNTech einen Umsatz von 118,1 Millionen Dollar und verbuchte einen Nettoverlust von 494,6 Millionen Dollar. Der Verlust hängt vor allem mit hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung zusammen.
Neben Lungenkrebs treibt BioNTech Phase-3-Studien bei Brustkrebs sowie eine Phase-2-Studie für einen Mpox-Impfstoff voran. Für die Aktie bleibt damit der klinische Kalender der zentrale Taktgeber: Bestätigen spätere Daten den frühen Pumitamig-Eindruck, bekommt die Onkologie-Story deutlich mehr Gewicht.
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