BioNTech Aktie: Eine Milliarde Dollar für Rückkäufe
BioNTech präsentiert vielversprechende Lungenkrebs-Studienergebnisse, doch der Aktienkurs fällt weiter. Jefferies bestätigt Kaufvotum.

- Hohe Ansprechraten bei Lungenkrebsstudie
- Jefferies bekräftigt Kaufempfehlung
- Aktienkurs unter Vorjahresniveau
- Umfangreiches Phase-3-Programm gestartet
Neue Daten aus der Onkologie, ein bestätigtes Kaufvotum von Jefferies — und trotzdem notiert die BioNTech-Aktie rund 21 Prozent unter ihrem Stand vor einem Jahr. Der Markt honoriert den Wandel vom Impfstoffhersteller zum Krebsspezialisten bislang nicht.
Lungenkrebsstudie liefert bemerkenswerte Ergebnisse
Auf der ASCO-Konferenz 2026 präsentierte BioNTech gemeinsam mit Bristol Myers Squibb Zwischendaten aus der Phase-2-Studie ROSETTA Lung-02. Im Mittelpunkt stand Pumitamig, ein bispezifischer Antikörper gegen PD-L1 und VEGF-A, kombiniert mit Chemotherapie bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC).
Die Ansprechraten sind beachtlich. Bei nicht-squamösen Patienten lag die bestätigte objektive Ansprechrate bei 57,1 Prozent, bei squamösen Patienten bei 68,4 Prozent. Patienten mit einem Tumor-Proportion-Score von mindestens 50 Prozent erreichten sogar eine Ansprechrate von 100 Prozent. Die Krankheitskontrollrate lag über die gesamte ausgewertete Kohorte ebenfalls bei 100 Prozent.
Das Sicherheitsprofil zeigt Licht und Schatten. Schwere Nebenwirkungen ab Grad 3 traten bei 48,8 Prozent der Patienten auf. Auf Pumitamig selbst entfielen davon 23,3 Prozent. Nach einem medianen Follow-up von 9,0 Monaten brachen 9,3 Prozent der Patienten die Behandlung wegen unerwünschter Ereignisse ab.
Jefferies hält an Kaufempfehlung fest
Trotz eines Kursrückgangs von 3,9 Prozent am 1. Juni 2026 bekräftigte Jefferies seine Kaufempfehlung für BioNTech. Der Analystenkonsens liegt auf „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 129,56 Dollar — deutlich über dem aktuellen Niveau.
In Euro gerechnet kostet die Aktie derzeit 78,40 Euro. Das ist rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 101,90 Euro und nur knapp acht Prozent über dem Jahrestief vom März. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast fünf Prozent verloren.
Phase-3-Programm als nächster Prüfstein
BioNTech hat bereits ein umfassendes Phase-3-Programm gestartet. Sieben separate Studien laufen derzeit weltweit, darunter ROSETTA Lung-02, -201 und -202. Sie messen sich direkt gegen etablierte Standards wie Pembrolizumab — den Platzhirsch im NSCLC-Markt.
Parallel stützt BioNTech den Aktienkurs mit einem Rückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Dollar, was rund 4,2 Prozent der ausstehenden Aktien entspricht. Institutionelle Investoren bauen indes neue Positionen auf.
Ob die Phase-2-Daten in Phase 3 standhalten, entscheidet letztlich darüber, ob BioNTechs Neuausrichtung an der Börse ankommt. Die Ergebnisse der laufenden Studien werden frühestens in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts erwartet — bis dahin bleibt die Bewertungslücke zum Analystenkonsens ein zentrales Thema.
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