BioNTech Aktie: EU-Zulassung für XFG-Impfstoff

Die EU erteilt BioNTech die Marktzulassung für den saisonalen Corona-Impfstoff, während neue Patentklagen die LNP-Technologie bedrohen.

Die Kernpunkte:
  • EU genehmigt Impfstoff für Saison 2026-2027
  • Neue Klagen zu Lipid-Nanopartikel-Technologie
  • Aktie notiert knapp unter Jahreshoch
  • Quartalszahlen am 4. August erwartet

Die EU-Kommission hat am Mittwoch grünes Licht gegeben. Der neue Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer für die Saison 2026-2027 darf in allen 27 Mitgliedstaaten sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein verkauft werden. Der Zeitpunkt passt: Nur wenige Tage vor den Quartalszahlen sichert sich BioNTech damit die kommerzielle Basis für die kalte Jahreszeit.

Neue Formel zielt auf XFG-Variante

Der zugelassene Impfstoff ist monovalent und richtet sich gezielt gegen die XFG-Variante, einen Abkömmling der JN.1-Linie. Zugelassen ist er für Menschen ab sechs Monaten. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte über ihre Notfall-Taskforce zuvor grünes Licht gegeben und XFG als aktuell besten Schutz gegen zirkulierende und neu auftretende Virusvarianten eingestuft.

Die Produktion läuft bereits. BioNTech und Pfizer bestätigen, dass die Auslieferung in Kürze beginnt, rechtzeitig zur Atemwegssaison 2026-2027.

Patentstreit um Kerntechnologie weitet sich aus

Während die Zulassung den Absatzweg klärt, bleibt die zugrundeliegende Technologie juristisch umkämpft. Arbutus Biopharma und Genevant Sciences reichten am 16. Juli drei neue Patentklagen gegen BioNTech und Pfizer ein. Die Verfahren laufen in Kanada und vor dem Einheitlichen Patentgericht in Europa.

Im Zentrum steht die Lipid-Nanopartikel-Technologie, kurz LNP, die BioNTech für seine mRNA-Impfstoffe nutzt. Die Kläger fordern Schadensersatz und dauerhafte Unterlassungsverfügungen. Sie werfen den Unternehmen vor, geschütztes Know-how bei der mRNA-LNP-Verabreichung zu verletzen.

Diese Klagen kommen zu bereits laufenden Verfahren in den USA hinzu. Investoren beobachten den Streit genau, denn die LNP-Plattform bildet das technische Rückgrat sowohl der aktuellen Corona-Produkte als auch der künftigen Pipeline von BioNTech.

Aktie zeigt sich stabil

Die BioNTech-Aktie schloss am Mittwoch bei 81,20 Euro, ein Plus von 0,31 Prozent. Damit notiert das Papier fast 24 Prozent unter seinem Jahreshoch von 105,80 Euro aus dem Januar. Der RSI von 53,3 signalisiert derzeit weder Über- noch Unterverkauf – der Markt wartet offenbar ab.

Blick auf die Quartalszahlen

Am 4. August legt BioNTech seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Anleger erwarten Details zum Marktstart des XFG-Impfstoffs und zum Fortschritt der strategischen Wende Richtung Onkologie.

Besonders im Fokus stehen dürften Updates zu späten klinischen Studien. BioNTech verfolgt das Ziel, sein Portfolio um Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und verschiedene mRNA-basierte Krebstherapien zu erweitern. Bis Ende des Jahrzehnts will sich der Konzern zu einem Biotech-Unternehmen mit mehreren Produktlinien entwickeln.

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