BioNTech Aktie: FDA-Antrag für Trastuzumab Pamirtecan
BioNTech bereitet ersten Zulassungsantrag für ein Krebsmedikament vor. Analysten bewerten die Erfolgsaussichten der Onkologie-Strategie sehr unterschiedlich.

- Erster FDA-Zulassungsantrag für Krebsmittel geplant
- Phase-2-Daten zeigen hohe Tumorrückbildungsraten
- Analysten warnen vor Risiken in der Wirkstoffklasse
- Milliardenschwere Liquidität für Forschung bereit
Der Mainzer Impfstoffhersteller vollzieht einen radikalen Wandel. Weg von Covid-19, hin zur Onkologie. In den kommenden Wochen stellt BioNTech die Weichen für den ersten Zulassungsantrag eines Krebsmedikaments. Die Wall Street reagiert auf diesen Strategiewechsel extrem gespalten.
Meilenstein bei der FDA
Der wichtigste kurzfristige Katalysator ist der geplante Zulassungsantrag. BioNTech will noch 2026 das Medikament Trastuzumab Pamirtecan bei der US-Behörde FDA einreichen. Im Erfolgsfall wäre es die erste Krebszulassung der Unternehmensgeschichte.
Die klinischen Daten der Phase 2 überzeugen. Bei Patientinnen mit einer bestimmten Form von Gebärmutterkrebs schrumpften die Tumore in fast 48 Prozent der Fälle. In der Untergruppe mit der höchsten Biomarker-Ausprägung lag die Ansprechrate sogar über 70 Prozent.
Skepsis trotz solider Studiendaten
Auf dem Krebskongress ASCO präsentierte BioNTech weitere Fortschritte. Der Wirkstoff Pumitamig zeigte in Kombination mit Chemotherapie vielversprechende Ergebnisse bei Lungenkrebs. Auch bei Eierstockkrebs lieferte das Mittel Gotistobart ermutigende Überlebensdaten.
Die Analysten von Bernstein reagierten dennoch mit einer klaren Warnung. Sie stuften die Aktie auf „Market Perform“ mit einem Kursziel von 96 US-Dollar ein. Das Experten-Team sieht bei Pumitamig ein hohes Risiko für Fehlschläge in den entscheidenden Zulassungsstudien.
Historisch betrachtet scheiterten ähnliche Ansätze oft. Die Wirkstoffklasse hat enorme Probleme, einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil nachzuweisen.
Milliardenpolster für die Forschung
Zwischen den Analysten klafft eine gewaltige Lücke. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 130 US-Dollar. Die Spanne reicht dabei von 94 bis 158 Dollar. Diese Differenz spiegelt die Unsicherheit über die künftigen Onkologie-Umsätze wider.
Für die Forschung steht ein massives Kapitalpolster bereit. Ende März verfügte BioNTech über liquide Mittel von 16,8 Milliarden Euro. Damit finanziert der Konzern den Start von sechs neuen Phase-3-Studien. Insgesamt erwartet das Management zahlreiche wichtige Daten-Updates bis zum Jahresende.
Charttechnik bleibt angespannt
An der Börse spiegelt sich der Umbruch in einer schwachen Kursentwicklung wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 78,10 Euro. Damit notiert das Papier rund 26 Prozent unter seinem Jahreshoch. Auch der langfristige 200-Tage-Durchschnitt bleibt aktuell außer Reichweite.
Der RSI-Wert signalisiert mit knapp 49 Punkten eine abwartende Haltung der Investoren. Ein Ausbruch aus dieser Seitwärtsbewegung erfordert klare Impulse. Der geplante FDA-Antrag liefert im Jahresverlauf den nächsten konkreten Auslöser für eine Neubewertung.
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