BioNTech Aktie: FDA genehmigt COMIRNATY XFG
BioNTech und Pfizer sichern sich die FDA-Freigabe für Comirnaty XFG, während neue Lungenkrebsdaten und ein CEO-Wechsel bevorstehen.

- FDA genehmigt saisonale XFG-Impfstoffformel
- Sahin veräußert 45.000 BioNTech-Aktien
- CEO-Wechsel bis Anfang Februar 2027
- Lungenkrebsdaten in Seoul angekündigt
BioNTech hat gemeinsam mit Pfizer eine neue Zulassung für den angepassten COVID-19-Impfstoff erhalten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte die Formel COMIRNATY XFG für die Saison 2026/2027, die auf die XFG-Variante zugeschnitten ist. Zugelassen ist der Impfstoff für Erwachsene ab 65 Jahren sowie für Personen zwischen 5 und 64 Jahren mit Risikofaktoren, wie das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung bekanntgab.
Die Nachricht fällt in eine Phase, in der Anleger ohnehin genau auf jedes Lebenszeichen aus dem einstigen Kerngeschäft schauen. Der Umsatz mit Comirnaty ist im laufenden Jahr deutlich zurückgegangen, was BioNTech im August dazu zwang, die Umsatzprognose für 2026 auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro zu senken.
Eine neue, saisonal angepasste Zulassung ändert daran wenig, sichert aber zumindest einen Teil des verbleibenden Impfstoffgeschäfts für die kommende Erkältungssaison ab.
Sahin verkauft erneut Aktien
Parallel zur Zulassungsmeldung wurde bekannt, dass Vorstandschef Ugur Sahin Anfang September weitere 45.000 Aktien verkauft hat, zu einem Durchschnittskurs von 102,85 Dollar. Der Gesamterlös der Transaktion belief sich auf rund 4,6 Millionen Dollar, wie aus einer Meldung an die US-Börsenaufsicht hervorgeht.
Der Verkauf reiht sich in eine Serie ähnlicher Transaktionen der vergangenen Wochen ein und fällt in eine Übergangsphase an der Unternehmensspitze: Der Aufsichtsrat hatte bereits vor über einem Monat Guido Oelkers, zuvor bei Sobi tätig, als neuen CEO berufen, der das Amt spätestens Anfang Februar 2027 übernehmen soll. Sahin und Mitgründerin Özlem Türeci planen den Angaben zufolge, bis Ende 2026 in ein neues, unabhängiges mRNA-Unternehmen zu wechseln.
Am Aktienmarkt zeigt sich die Gemengelage aus schwächelndem Impfstoffgeschäft und Führungswechsel in einer verhaltenen Kursentwicklung. Das Papier notiert aktuell bei 84,50 Euro und liegt damit rund 20 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro, das im Januar erreicht wurde.
Seit dem 52-Wochen-Tief im März hat sich der Kurs dagegen um 24 Prozent erholt, was zeigt, dass die jüngste Schwäche eher eine Konsolidierung als einen neuen Abwärtstrend darstellt.
Blick nach Seoul
Für die kommenden Tage rückt die Onkologie-Pipeline in den Vordergrund. Vom 12. bis 15. September präsentiert BioNTech neue klinische Daten aus seinem Lungenkrebs-Programm auf der IASLC-Weltkonferenz in Seoul. Im Zentrum stehen die Wirkstoffkandidaten Pumitamig und Gotistobart.
Erstmals sollen weltweit Daten zur Kombination von Pumitamig mit dem B7H3-gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Elfetabart Drozuntecan bei fortgeschrittenem kleinzelligem und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs gezeigt werden.
Zusätzlich präsentiert das Unternehmen aktualisierte Überlebensdaten aus der Phase-3-Studie PRESERVE-003 zu Gotistobart bei Patienten mit squamösem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom nach Fortschreiten unter einer PD-(L)1-Therapie.
Für Anleger dürfte die Konferenz in Seoul der nächste wichtige Prüfstein werden. Nachdem der Rückschlag beim Abbruch der Cevumeran-Studie in der vergangenen Woche die Stimmung belastet hatte, könnten überzeugende Lungenkrebs-Daten zeigen, ob die Onkologie-Pipeline das schwächelnde Impfstoffgeschäft mittelfristig auffangen kann. Die kommende Konferenz liefert damit greifbare Hinweise darauf, wie tragfähig die Wachstumsstory jenseits von Comirnaty tatsächlich ist.
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