BioNTech Aktie: Gesamtüberleben die letzte Hoffnung?

Die Kombination verbesserte das progressionsfreie Überleben nicht signifikant; das Kontrollgremium empfiehlt weitere Untersuchungen zum Gesamtüberleben.

Die Kernpunkte:
  • BNT113 verfehlt ersten Studienendpunkt
  • Kontrollgremium empfiehlt Fortsetzung der Studie
  • Canaccord senkt Kursziel auf 132 Dollar
  • BMO-Analysten äußern größere Skepsis

Die jüngsten Rückschläge in der klinischen Entwicklung belasten die Stimmung rund um BioNTech. An den Märkten herrscht nach den gemeldeten Studiendaten spürbare Zurückhaltung, während Marktteilnehmer die weiteren Perspektiven für das Portfolio bewerten. Am heutigen Montag notiert das Papier bei 78,45 € und verzeichnet damit ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen steht allerdings ein Minus von 8,7 Prozent zu Buche.

Studiendaten und Empfehlung des Kontrollgremiums

Im Mittelpunkt der Diskussionen steht der Wirkstoffkandidat BNT113. Vor gut einer Woche verfehlte die Phase-2/3-Studie AHEAD-MERIT bei metastasiertem, HPV16-positivem Kopf-Hals-Krebs ihr erstes Ziel. Die Kombination aus BNT113 und Pembrolizumab konnte das progressionsfreie Überleben gegenüber Pembrolizumab allein nicht statistisch signifikant verbessern.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters gerieten die Anteilscheine infolge dieses Dämpfers unter Druck. Das unabhängige Datenüberwachungsgremium empfahl gleichwohl die Fortsetzung der Studie, um das Gesamtüberleben der Patienten zu untersuchen. BioNTech stellte klar, dass ein statistisch signifikanter Vorteil beim Gesamtüberleben gemäß dem vordefinierten Studiendesign weiterhin ein positives Gesamtergebnis bedeuten könnte.

Analysten zwischen Skepsis und Kaufempfehlung

Unter den Analysten zeichnet sich nach den jüngsten Daten ein differenziertes Bild ab. Am 14. Oktober reagierte Analyst John Newman von Canaccord Genuity und senkte das Kursziel von $136 auf $132. Die Einstufung beließ er unverändert auf „Buy“.

Bei BMO Capital Markets fiel die Reaktion deutlich vorsichtiger aus. Die dortigen Analysten merkten am 13. Oktober an, dass das Verfehlen des ersten Kriteriums ihre Zuversicht spürbar gedämpft habe. Zwar betonten auch sie, dass der Endpunkt für das Gesamtüberleben theoretisch weiterhin positiv ausfallen könne, die Skepsis am Markt sei jedoch gewachsen.

Offene Fragen zum weiteren Studienverlauf

Für BioNTech markiert der Verlauf dieser Studie eine anspruchsvolle Phase im Rahmen der strategischen Ausrichtung auf die Krebsmedizin. Nach dem Verfehlen des Zwischenziels beim progressionsfreien Überleben rückt das finale Gesamtüberleben vollständig in den Mittelpunkt.

Die Fortführung der Untersuchung verschafft dem Unternehmen zwar Zeit für weitere klinische Auswertungen. Gleichzeitig sind die statistischen Hürden für einen überzeugenden Wirksamkeitsnachweis spürbar gestiegen.

Marktbeobachter warten daher auf künftige Zwischenergebnisse des unabhängigen Gremiums, um die langfristigen Aussichten des Programms verlässlicher einordnen zu können. Bis zu diesen Resultaten bleibt die Unsicherheit bezüglich des therapeutischen Nutzens von BNT113 im klinischen Alltag bestehen.

Anzeige

Stand heute, 19. Oktober: BioNTech – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in BioNTech investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 19. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

BioNTech: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu BioNTech