BioNTech Aktie: Gründer-Exodus mit Konflikt!
BioNTech plant den Abschied der Gründer und schließt drei deutsche Werke; Studiendaten zu Gotistobart zeigen längeres medianes Überleben.

- Gründer wollen BioNTech bis Ende 2026 verlassen
- Drei deutsche Produktionsstätten werden geschlossen
- Bis zu 1.860 Stellen von Umbau betroffen
- Gotistobart-Studie meldet 18,5 Monate medianes Überleben
Disput um den Abschied der Gründer
Die Trennung von den Unternehmensgründern verläuft bei BioNTech nicht ohne Reibungen. Wie das Handelsblatt am 24. September berichtete, gibt es im laufenden Trennungsprozess von Uğur Şahin und Özlem Türeci Unstimmigkeiten über Patente, Finanzmittel und Mitarbeiter. Beide planen, das Mainzer Unternehmen bis Ende 2026 zu verlassen.
Ihr künftiger Schwerpunkt liegt Medienberichten zufolge auf dem neuen Unternehmen Arife, das ebenfalls in Mainz angesiedelt ist. Diese Gesellschaft soll sich auf die Entwicklung neuartiger mRNA-basierter Medikamente konzentrieren. Der angekündigte Abschied der beiden Pioniere markiert für BioNTech einen tiefgreifenden Einschnitt in der Führungsebene.
Vor gut einer Woche wurden zudem Aktienverkäufe von CEO Uğur Şahin bekannt. Die Transaktionen erfolgten im Rahmen eines Handelsplans nach Rule 10b5-1, der am 3. Juni 2026 aufgesetzt worden war. Solche Pläne wickeln Verkäufe nach festen Parametern ab.
Schließung deutscher Produktionsstandorte
Parallel zum Führungswechsel stehen harte operative Einschnitte an. Da die Suche nach Käufern ohne Erfolg blieb, schließt BioNTech die deutschen Fertigungsstätten in Tübingen, Marburg und Idar-Oberstein. Der Zeitplan sieht das Aus für Tübingen bis Ende 2027 vor, während Marburg Anfang 2028 und Idar-Oberstein Ende 2028 folgen sollen.
Zusammen mit einem Standort in Singapur betreffen die Maßnahmen bis zu 1.860 Stellen. Mit dem Betriebsrat wurden sozialverträgliche Lösungen sowie zusätzliche Abfindungsregelungen vereinbart. Der Konzern passt seine Strukturen damit an die gesunkene Nachfrage nach dem Auslaufen der pandemiebedingten Sonderkonjunktur an.
Daten zur Onkologie-Pipeline
Trotz des Umbaus treibt das Unternehmen die Forschungsprojekte voran. Vor rund zwei Wochen legte BioNTech gemeinsam mit OncoC4 Daten zur Studie PRESERVE-003 für Gotistobart vor. Untersucht wurde der Einsatz bei bereits vorbehandeltem Plattenepithelkarzinom des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses.
Die Ergebnisse der ersten Stufe zeigten ein medianes Gesamtüberleben von 18,5 Monaten. Unter der Standard-Chemotherapie lag dieser Wert bei 10,0 Monaten. Fortschritte bei neuartigen Krebstherapien gelten als zentraler Pfeiler für die künftige Pipeline des Unternehmens.
An der Börse notiert die Aktie vorbörslich bei 86,10 Euro. Damit liegt der Kurs 1,8 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 84,61 Euro.
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