BioNTech Aktie: Gründer gehen bis Ende Juni
BioNTech trennt sich von Gründern und streicht 22 Prozent der Stellen. Der Fokus liegt nun auf der Krebsforschung.

- Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci gehen
- Rund 300 Forscher wechseln in neues Start-up
- Fast ein Viertel aller Stellen gestrichen
- Milliardenschwere Investitionen in Krebs-Pipeline
BioNTech baut sich komplett um. Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen den Konzern. Sie nehmen Hunderte Forscher mit in ein neues Start-up. Im gleichen Schritt streicht das Unternehmen fast ein Viertel aller Stellen weltweit.
Spin-off der Gründer
Der geplante Führungswechsel erreicht die heiße Phase. Rund 300 spezialisierte Forscher wechseln in ein neues, unabhängiges Unternehmen der Gründer. Dort liegt der Fokus auf frühen mRNA-Innovationen. BioNTech steuert Technologien bei. Im Gegenzug erhält der Konzern eine Minderheitsbeteiligung sowie künftige Lizenzzahlungen.
Ein verbindlicher Vertrag für diese Ausgliederung soll bis Ende Juni 2026 stehen. Der Aufsichtsrat sucht derweil weltweit nach einem neuen Vorstandschef. Die Personalberatung Egon Zehnder fahndet nach Kandidaten. Das Ziel: die kommerzielle Vermarktung des Krebs-Portfolios.
Kahlschlag in der Produktion
Neben dem Wechsel an der Spitze schrumpft das globale Produktionsnetz. Die Nachfrage nach Corona-Impfstoffen ist massiv gesunken. Deshalb schließt BioNTech mehrere Standorte.
Davon sind folgende Werke betroffen:
* Marburg, Idar-Oberstein und Tübingen in Deutschland.
* Die Fabrik in Singapur.
Dieser Rückzug kostet weltweit rund 1.860 Arbeitsplätze. Das entspricht knapp 22 Prozent der gesamten Belegschaft. Die deutschen Standorte sollen bis Ende 2027 schließen. Singapur folgt kurz davor.
BioNTech will die betroffenen Anlagen nun verkaufen. So plant das Management ab 2029 jährliche Einsparungen von rund einer halben Milliarde Euro.
Milliarden für die Pipeline
Der radikale Umbau belastet die Bilanz. Im ersten Quartal 2026 verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 622 Millionen US-Dollar. Dennoch bleibt die finanzielle Basis extrem stark. BioNTech startete mit Barreserven von rund 17 Milliarden Dollar ins Jahr.
Dieses Kapital fließt direkt in die Krebsforschung. Die Entwicklungsausgaben stiegen zuletzt auf gut 651 Millionen Dollar. Bis Jahresende will BioNTech 15 klinische Phase-3-Studien am Laufen haben. Dazu zählen fortgeschrittene Kandidaten wie Pumitamig und Gotistobart.
An der Nasdaq notiert die Aktie aktuell bei rund 86,50 Dollar. Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm stützt den Kurs. Der nächste wichtige Termin steht bereits fest. Bis zum 30. Juni muss der Vertrag für den Spin-off der Gründer unterzeichnet sein.
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