BioNTech Aktie: Lungenkrebs-Kombi überzeugt?

UBS stützt das Kaufurteil auf Kongressdaten zu einer Lungenkrebs-Kombination; andere BioNTech-Programme zeigen offene Wirksamkeits- und Sicherheitsfragen.

Die Kernpunkte:
  • UBS bestätigt Kaufempfehlung und 135-Dollar-Kursziel
  • Kongressdaten zur Kombination überzeugen Analyst David Dai
  • ROSETTA Lung-107 meldet 36,7 Prozent Ansprechrate
  • DYNASTY-Breast02 zeigt begrenzten Überlebensvorteil

UBS bleibt bei BioNTech trotz gemischter klinischer Ergebnisse optimistisch. Analyst David Dai bestätigte gestern seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 135 US-Dollar. Den Ausschlag geben für ihn überzeugende Kongressdaten einer Wirkstoffkombination bei Lungenkrebs. Die positive Einschätzung steht allerdings neben Wirksamkeits- und Sicherheitsfragen in anderen Entwicklungsprogrammen.

Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Eine überzeugende Kombination liefert keine pauschale Bestätigung für sämtliche Krebsprojekte. Die jüngsten Ergebnisse verlangen vielmehr einen getrennten Blick auf die einzelnen Wirkstoffe und ihre jeweiligen Einsatzgebiete.

UBS setzt auf Kombinationstherapie

Dai bezeichnete die Kongressdaten einer Kombination aus einem bispezifischen Antikörper und einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat als beeindruckend. Er hob die hohe Wirksamkeit bei soliden Tumoren sowie ein aus seiner Sicht einwandfreies Sicherheitsprofil hervor.

Damit stützt UBS die Kaufempfehlung auf eine konkrete klinische Einschätzung. Sie ist weder eine Zulassungsentscheidung noch ein Beleg dafür, dass andere Kombinationen dieselben Ergebnisse erzielen. Gerade die Sicherheitsbewertung muss deshalb beim jeweils untersuchten Behandlungsschema bleiben.

Die Aktie verlor gestern -1,3%. Die positive Analystenstimme verhinderte damit keinen weiteren Kursrückgang. Aus der Tagesbewegung allein lässt sich allerdings keine Bewertung der einzelnen Studien ableiten.

Unterschiedliche Signale aus der Entwicklung

Die bereits vorgestellten Ergebnisse von ROSETTA Lung-107 liefern zusätzlichen Kontext für den Kombinationsansatz. BioNTech und Bristol Myers Squibb untersuchten dort Pumitamig zusammen mit Docetaxel bei vorbehandeltem metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Die Patienten hatten zuvor bereits eine Immuntherapie und Chemotherapie erhalten.

Die bestätigte objektive Ansprechrate betrug 36,7% bei 30 auswertbaren Patienten. Die Krankheitskontrollrate erreichte 90,0%.

Dabei handelt es sich um ein anderes Behandlungsschema als die von UBS beschriebene Kombination mit einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. Pumitamig befindet sich weiterhin in Prüfung und ist nicht zugelassen.

Ein vorsichtigeres Bild zeichnen die bereits gemeldeten Ergebnisse von DYNASTY-Breast02. BioNTech und DualityBio erreichten mit Trastuzumab Pamirtecan zwar das primäre Studienziel. Die Unternehmen bezeichneten die Verbesserung des progressionsfreien Überlebens gegenüber Chemotherapie jedoch als begrenzt.

Hinzu kamen häufiger auftretende interstitielle Lungenerkrankungen als in früheren Studien, darunter wenige schwere oder tödliche Fälle. Die Unternehmen beraten über die nächsten Schritte.

Kaufvotum mit klarer Abgrenzung

Das UBS-Votum setzt somit einen positiven Akzent, hebt die offenen Fragen anderer Programme aber nicht auf. Für die Einordnung zählt weniger die bloße Zahl erreichter Studienziele als deren klinischer Nutzen und das zugehörige Sicherheitsprofil. Genau diese Trennung erklärt, weshalb eine Kaufempfehlung und zurückhaltend bewertete Einzelergebnisse bei BioNTech nebeneinanderstehen können.

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