BioNTech Aktie: Sahin und Türeci gründen mRNA-Spinoff

BioNTech trennt sich organisatorisch von der mRNA-Sparte und konzentriert sich auf Krebsmedizin. Die Quartalszahlen zeigen steigende Verluste bei schrumpfenden COVID-Erlösen.

Die Kernpunkte:
  • Gründer leiten neue mRNA-Gesellschaft
  • Fokus auf Krebsmedizin bis 2030
  • Nettoverlust steigt auf 532 Millionen Euro
  • Pumitamig-Studien als Hoffnungsträger

BioNTech trennt sich von seiner mRNA-Vergangenheit — zumindest organisatorisch. Zum Auftakt des Geschäftsjahres 2026 präsentiert das Mainzer Biotechunternehmen nicht nur tiefer rote Zahlen, sondern auch einen fundamentalen Strategiewechsel: Die Gründer sollen eine eigenständige Gesellschaft für mRNA-Innovationen leiten, während BioNTech selbst den Kurs auf Krebsmedizin ausrichtet.

Gründer-Spinoff als Zäsur

Prof. Ugur Sahin und Prof. Özlem Türeci werden eine neue, unabhängige Gesellschaft führen, die sich ausschließlich auf die Weiterentwicklung der mRNA-Technologie konzentriert. BioNTech will dieser Einheit spezifische Technologien und Lizenzrechte übertragen. Details zur formalen Vereinbarung sollen im Laufe des Jahres folgen.

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Das Kernunternehmen selbst verfolgt derweil ein klares Ziel: bis 2030 ein „Multiprodukt-Onkologieunternehmen“ zu werden. Das Management beschreibt den Wandel als Abkehr vom plattformzentrierten Ansatz hin zu einem tumorspezifischen Modell — mit Fokus auf häufige Krebsarten wie Lungen- und Brustkrebs.

Verluste wachsen, COVID-Erlöse schrumpfen

Die Quartalszahlen zum 31. März 2026 spiegeln das Ende des COVID-Booms wider. Der Gesamtumsatz fiel auf 118 Millionen Euro, nach 183 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Impfstofferlöse halbierten sich nahezu auf 67 Millionen Euro.

Der Nettoverlust weitete sich auf 532 Millionen Euro aus — gegenüber 416 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Treiber sind die Forschungsausgaben von 557 Millionen Euro, die unter anderem durch die Integration von Zukäufen in China und die CureVac-Assets anstiegen. Finanziell bleibt BioNTech dennoch komfortabel aufgestellt: Liquide Mittel und Wertpapiere belaufen sich auf rund 16,8 Milliarden Euro.

Pipeline als eigentlicher Kurstreiber

Das Herzstück der Onkologie-Strategie ist das Programm rund um „Pumitamig“ (BNT327), das als Grundlage für neue Immunonkologie-Kombinationen entwickelt wird. Im ersten Quartal startete BioNTech fünf neue Zulassungsstudien für Pumitamig — bei triple-negativem Brustkrebs, Magenkrebs und Darmkrebs.

Beim ASCO-Kongress Ende Mai werden erste Phase-2-Daten aus mehreren Studien erwartet. Parallel laufen Updates zum Antikörper-Wirkstoff-Konjugat-Portfolio, darunter Trastuzumab Pamirtecan. Das sind die Datenpunkte, an denen der Markt die Glaubwürdigkeit des Strategieschwenks messen wird.

Jahresprognose bestätigt, Aktie unter Druck

Für das Gesamtjahr 2026 hält BioNTech an seiner Umsatzprognose von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro fest — trotz weiter sinkender Impfstoffnachfrage in den USA und Europa. Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde US-Dollar sowie Produktionskonsolidierungen, die ab 2029 rund 500 Millionen Euro jährlich einsparen sollen, flankieren den Umbau.

Die Aktie reagierte mit einem Minus von rund drei Prozent auf 79 Euro und liegt damit knapp zehn Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Ob der ASCO-Kongress Ende Mai als nächster Kurstreiber taugt, hängt davon ab, wie überzeugend die Pumitamig-Daten ausfallen.

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