Bionxt Solutions Aktie: Klinische Weichenstellung

Das Biotech-Unternehmen meldet präklinische Erfolge für seine Multiple-Sklerose-Therapie und reduziert Schulden durch Aktienumwandlung, was den Weg für Humanstudien ebnet.

Die Kernpunkte:
  • Höhere Wirkstoffverfügbarkeit im Tiermodell nachgewiesen
  • Vorbereitungen für erste klinische Prüfung am Menschen
  • Ausweitung der Entwicklung auf Myasthenia Gravis
  • Schuldenabbau durch Umwandlung in Eigenkapital

Bionxt Solutions bringt gleich an zwei Fronten Bewegung in die Story: klinischer Fortschritt bei einem Multiple-Sklerose-Projekt und eine spürbare Entlastung der Bilanz durch eine Schuldenumwandlung. Beides zusammen schärft das Profil des kanadischen Biotech-Werts – birgt aber auch neue Fragen rund um Verwässerung und Umsetzungstempo. Entscheidend ist nun, ob das Unternehmen den Sprung aus der präklinischen Phase zügig in Studien am Menschen schafft.

Deutlich bessere Wirkstoffaufnahme im Tiermodell

Im Zentrum steht ein neuartiges sublinguales, oral lösliches Filmpräparat (ODF) mit dem Wirkstoff Cladribin, der bereits als Tablette bei Multiple Sklerose (MS) im Markt ist. In finalen präklinischen Daten meldet Bionxt rund 40 % höhere Wirkstoffverfügbarkeit im Vergleich zu einer herkömmlichen oralen Tablette.

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Konkret zeigte das ODF im Großtiermodell (Miniaturschweine mit 40–50 kg) eine deutlich höhere Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC 0–48 h) als eine zugelassene generische Cladribin-Tablette, die als Referenz diente. Über 48 Stunden hinweg wurden die Plasmaspiegel beider Darreichungsformen direkt miteinander verglichen.

Für das Unternehmen ist das ein wichtiger Validierungsschritt: Das Management sieht darin die wissenschaftliche Grundlage, um den nächsten Schritt Richtung Humanstudien zu gehen. Für Anleger ist vor allem relevant, dass nicht der Wirkstoff selbst neu ist, sondern die Art der Verabreichung – und genau diese scheint im Modell besser zu funktionieren.

Humanstudien rücken näher

Auf Basis der präklinischen Daten bereitet Bionxt nun die erste klinische Prüfung am Menschen vor. Der Fokus liegt aktuell auf:

  • detaillierter klinischer Studienplanung
  • Produktions- und Lieferkettenvorbereitung
  • Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden

Unterstützt wird das Unternehmen dabei von einem erfahrenen Auftragsforschungsinstitut (CRO), das bei Studiendesign und regulatorischen Anforderungen helfen soll.

Der regulatorische Weg ist vergleichsweise schlank, weil Cladribin als Wirkstoff bereits zugelassen ist. Die klinische Entwicklung kann sich damit auf Bioverfügbarkeit und Bioäquivalenz konzentrieren, statt groß angelegte Sicherheits- und Wirksamkeitsprogramme komplett neu aufzusetzen. Für ein Entwicklungsunternehmen ist das ein kosten- und kapitaleffizienter Ansatz.

Ausbau in neue Indikation: Myasthenia Gravis

Parallel zur MS-Entwicklung weitet Bionxt das Cladribin-ODF-Programm auf Myasthenia Gravis (MG) aus, eine seltene autoimmune neuromuskuläre Erkrankung mit rund 1,4 Millionen Betroffenen weltweit.

Die Marktpotenziale, auf die sich das Unternehmen stützt, sind beachtlich:

  • Markt für MG-Therapien: rund 6,7 Mrd. US-Dollar bis 2032 in den Kernmärkten erwartet
  • MS-Markt: 32,8 Mrd. US-Dollar im Jahr 2024, mit Projektionen von 41,2 Mrd. US-Dollar bis 2034
  • Mavenclad® (Cladribin-Tablette eines Wettbewerbers): mehr als 1 Mrd. US-Dollar Umsatz im Jahr 2024

Beide Indikationen nutzen denselben Wirkstoff und dieselbe ODF-Plattform. Vorarbeiten aus dem MS-Projekt – etwa zur Herstellung, Formulierung und regulatorischen Einordnung – lassen sich daher teilweise übertragen. Das kann die Entwicklung des MG-Programms zeitlich beschleunigen und Ressourcen schonen.

Schuldenabbau durch Aktienumwandlung

Neben den klinischen Fortschritten strukturiert Bionxt die Bilanz um. Das Unternehmen wandelt rund 2,7 Mio. US-Dollar an Verbindlichkeiten aus wandelbaren Anleihen, die im Dezember 2022 ausgegeben wurden, in Eigenkapital um.

Die Transaktion im Überblick:

  • Umwandlung von ca. 2,7 Mio. US-Dollar Schulden in Aktien
  • Ausgabe von 6.008.883 neuen Stammaktien zu 0,45 US-Dollar je Aktie
  • Abschluss unterliegt üblichen Bedingungen sowie einer Haltefrist von vier Monaten

Operativ bedeutet das eine niedrigere Verschuldung und weniger finanziellen Druck. Gleichzeitig wird der bisherige Aktionärskreis verwässert, da sich die Zahl der ausstehenden Aktien erhöht. Für Investoren ist das ein klassischer Zielkonflikt: stärkere Bilanz, aber geringerer relativer Anteil am Unternehmen.

Kurs unter Volatilität, Fortschritt vs. Verwässerung

An der Börse fällt die Reaktion bislang gemischt aus. Heute liegt der Kurs mit etwa 0,36 Euro rund 12 % im Minus und damit deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch von 0,65 Euro, trotz eines starken Zugewinns über die vergangenen zwölf Monate.

Kurzfristig dürfte der Kursverlauf vor allem von zwei Faktoren bestimmt werden: Auf der einen Seite steht die Verwässerung durch die Schuldenumwandlung, auf der anderen der sichtbare Fortschritt bei der klinischen Entwicklung und die Ausweitung in eine zusätzliche Indikation. Mittel- bis langfristig wird vor allem zählen, wie schnell und überzeugend Bionxt die geplanten Humanstudien startet und welche Bioverfügbarkeitsdaten dann tatsächlich am Menschen geliefert werden.

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