Biotech-Konzern Actelion verabschiedet sich mit Rekordgewinn

Die vor der Übernahme durch den US-Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson stehende Schweizer Actelion verabschiedet sich mit einem Paukenschlag aus der Selbstständigkeit. Denn Europas größte Biotech-Firma Actelion vermeldete am Dienstag einen Rekordgewinn.

Im Jahr 2016 kletterte der Nettogewinn um mehr als ein Viertel auf 696 Mio. Franken. Der Umsatz legte um 18 % auf 2,4 Mrd. Franken zu und der Betriebsgewinn erhöhte sich um ein Fünftel auf 789 Mio. Franken. Damit habe Actelion so viel umgesetzt und verdient wie nie zuvor, sagte Finanzchef Andre Muller.

Lungenmedikamente von Actelion besonders gefragt

Die Schweizer profitierten insbesondere vom starken Geschäft mit ihren Lungenmedikamenten: Die sehr gute Performance im Jahr 2016 wurde in erster Linie von der Markteinführung des Medikaments Uptravi in den USA und dem anhaltend dynamischen Wachstumstrend von Opsumit getragen.

In 2016 setzten die Basler mit Opsumit 831 Mio. Franken um, was einem Plus von 61 % entspricht und Uptravi erzielte einen Umsatz von 245 Mio. Franken. Das Mittel sorgte vor Kurzem allerdings für negative Schlagzeilen wegen des Todes von fünf Patienten in Frankreich. Die europäische Arzneimittelbehörde nimmt die Sicherheit von Uptravi noch einmal genauer unter die Lupe, um dann endgültig zu entscheiden. Experten trauen den beiden neuen Arzneien Opsumit und Uptravi bis 2020 zusammen mehr als 4,6 Mrd. Franken Jahresumsatz zu.

Teuerste Übernahme in Europas Gesundheitsbranche

Actelion und Johnson & Johnson arbeiteten fieberhaft an den Details ihres Mega-Deals, der Ende des zweiten Quartals abgeschlossen werden soll. Die Amerikaner hatte im Januar den Kauf der Schweizer für 30 Mrd. Dollar angekündigt. Es wird die teuerste Übernahme in Europas Gesundheitsbranche seit 13 Jahren werden. Die Actelion-Aktionäre erhalten im Rahmen eines Barangebots 280 US-Dollar pro Actelion-Aktie sowie eine Gratisaktie des neuen F&E-Unternehmens als Dividende. Johnson & Johnson übernimmt die zugelassenen Produkte, insbesondere die wichtige PAH Franchise

Der Bereich Forschung und Entwicklung von Actelion soll als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert und an die Schweizer Börse gebracht werden. Die Actelion-Aktionäre erhalten Aktien der auf den Namen R&D NewCo getauften Firma. Johnson & Johnson wird anfangs mit 16 % an dem Unternehmen beteiligt sein und hat über eine Wandelanleihe die Option, noch weitere 16 % zu erwerben.

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