Biotest vor dem Aktiensplit – Aktie stagniert

Biotest ist ein Anbieter von Plasmaproteinen und biotherapeutischen Arzneimitteln. Dieser Markt bietet ein enormes Potenzial, aber auch dementsprechende Risiken. Da wären beispielsweise Belastungen durch hohe Kosten für Forschung und Entwicklung.

 

© Pixabay
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Schafft man es, mit einem neuen Medikament einen Durchbruch zu erringen, hat sich dieser Kosteneinsatz gelohnt und die Gewinne übersteigen die Investitionen. Aber man muss eben auch mit Rückschlägen rechnen, wie Biotest erst vor kurzem selber schmerzlich erfahren musste.

 

Medikament erfüllt nicht die Erwartungen

Mit dem neuen Medikament Tregalizumab war Biotest im April nach dem Ergebnis einer Studie gescheitert. Zusammen mit AbbVie hatte man an der Entwicklung des Produktes gearbeitet. Folgend aus dem Studienergebnis wurde die Zusammenarbeit beendet.

Biotest will noch entscheiden, ob an dieser Entwicklung weitergearbeitet werden soll. Käme es zur Einstellung der Entwicklung, wäre eine Reduzierung von 25 bis 30 Mio. Euro beim Ergebnis zu erwarten.

 

Quartalszahlen überzeugen nicht

Auch die Quartalszahlen konnten nicht gänzlich überzeugen. Zwar stieg der Umsatz um 16,6%, beim EBIT ging es aber von 10,7 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 0,1 Mio. Euro abwärts. Hier schlugen die Forschungs- und Entwicklungskosten neben den Kosten für den Ausbau der Kapazitäten und ein anhaltender Preisdruck voll durch.

Demzufolge sind auch die Aussichten für das Gesamtjahr verhalten. Der Konzern rechnet nur mit einem Umsatzzuwachs im niedrigen einstelligen Bereich.

 

Biotest führt Aktiensplit durch

Der Termin für den auf der Hauptversammlung angekündigten Aktiensplit steht nun fest. Biotest wird am 15. Juli die Börsennotierung der Aktien im Verhältnis 1:3 umstellen, d. h. eine Aktie wird durch drei Aktien ersetzt, wobei der Kurs je Aktie dann ein Drittel des bisherigen Wertes beträgt. Die Depots der Aktionäre wird man am Abend des 14. Juli entsprechend umstellen.

Zu einer Verwässerung der Anteile soll der Aktiensplit nicht führen und auch die bisherigen Beteiligungsverhältnisse sollen sich nicht ändern.

Neben der Durchführung des Aktiensplits wurde auch eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln auf der HV beschlossen. Damit soll auf jede Stamm- bzw. Vorzugsaktie ein anteiliger Betrag am Grundkapital von 1,00 Euro entfallen.

 

Aktie von Biotest kommt nicht vom Fleck

Mitte Juni erreichte die Aktie von Biotest ein neues Jahrestief bei 66,33 Euro. Zwar konnten die Papiere in der Folge wieder leicht zulegen, ein Durchbruch ist das aber nicht. Um dem Kurs nachhaltig auf die Beine zu helfen, müssen Erfolge her und damit kann es noch einige Zeit dauern.

150708 Biotest

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