Bitcoin: 145 Exahashes vom Netz gegangen
Die Bitcoin-Rechenleistung fällt auf 885 EH/s, ein Zeichen für schrumpfende Miner-Rentabilität bei schwachen Transaktionsgebühren.

- Hashrate fällt um 145 EH/s
- Miner-Rentabilität auf Tiefstand
- Difficulty-Anpassung am 13. Juni
- Transaktionsgebühren unter einem Prozent
Bitcoins Mining-Netzwerk gibt nach – und zwar massiv. 145 Exahashes pro Sekunde Rechenleistung sind binnen zehn Tagen vom Netz gegangen, von knapp 1.030 auf etwa 885 EH/s. Der Rückgang markiert die stärkste Kontraktion seit Monaten und verlagert den Fokus von ETF-Zuflüssen und Spotkursen hin zur Produktionsebene der Kryptowährung.
Bitcoin notiert am Montag bei 63.592 US-Dollar. Das sind 2,7 Prozent mehr als am Freitag, auf Wochensicht aber ein Minus von 13,6 Prozent. Vom Rekordhoch bei 126.080 Dollar trennen die Kryptowährung fast 50 Prozent.
Hashrate stürzt ab
Ein schneller Rückgang der Rechenleistung ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass weniger effiziente Miner unter Druck geraten – Maschinen werden abgeschaltet, Strom- und Hosting-Kosten lassen sich nicht mehr decken. Die aktuellen Daten vom 7. Juni bestätigen diesen Trend.
Auch die Erlöse pro Recheneinheit fallen. Der Hashprice – der erwartete Tagesertrag pro Petahash pro Sekunde – lag bei 28,26 Dollar. Das ist ein Rückgang von 26,96 Prozent binnen 30 Tagen. Rapha Zagury, CEO von Elektron Energy, spricht vom ersten Hashrate-Bärenmarkt seit Bestehen des Netzwerks. Die Äußerung ist ein Kommentar zur Geschwindigkeit des Rückzugs – kein Alarmruf.
Miner-Ökonomie unter Druck
Der Hashprice kombiniert Bitcoin-Kurs, Netzwerkschwierigkeit, Block-Subsidy und Gebühren zu einer Kennzahl für Mining-Rentabilität. Sinkt er, verdient jede Einheit Rechenleistung weniger – bevor Strom, Hosting und Finanzierungskosten abgezogen werden.
Hinzu kommt: Die Transaktionsgebühren bringen kaum Entlastung. Ihr Anteil an den Miner-Einnahmen lag zuletzt bei 0,73 Prozent. Gebühren sind die variable Größe im Erlös-Mix der Miner. Bleiben sie schwach, hängt der Gewinn fast vollständig am Bitcoin-Kurs und der Netzwerkschwierigkeit.
Nächster Halt: Difficulty-Adjustment
Der nächste on-chain-Termin ist der 13. Juni. Für diesen Tag ist eine Anpassung der Mining-Schwierigkeit um 10,76 Prozent nach unten vorskalkuliert. Bitcoin senkt die Difficulty immer dann, wenn Miner das Netzwerk verlassen und Blöcke langsamer produziert werden. Das macht die Suche nach neuen Blöcken für die verbliebenen Rechner günstiger.
Ein Mining-Report für die Woche vom 29. Mai bis 5. Juni zeigte bereits verlangsamte Block-Produktion und 29 Prozent weniger Miner-Einnahmen im Wochenvergleich. Die aktuellen Juni-Daten deuten auf eine weitere Verschlechterung hin.
Eine niedrigere Difficulty kann den Druck auf aktive Miner mildern – aber sie ändert nichts an den schwachen Gebühren. Und die fallen seit Wochen unter die Ein-Prozent-Marke.
Der 13. Juni wird zeigen, ob die Anpassung wie projiziert eintritt – und ob der Hashprice danach stabilisiert. Solange die Transaktionsgebühren nicht anziehen, bleibt die Miner-Rentabilität der klarste strukturelle Risikofaktor für Bitcoin.
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