Bitcoin: 19 Prozent unter Produktionskosten

Bitcoin notiert 19 Prozent unter den Mining-Kosten von 78.000 Dollar. Börsennotierte Miner verkaufen massiv Bestände und setzen auf KI-Geschäfte.

Die Kernpunkte:
  • Kurs 19 Prozent unter Produktionskosten
  • Miner verkaufen über 32.000 Bitcoin
  • Netzwerk-Difficulty fällt um 10 Prozent
  • Miner wechseln zu KI-Infrastruktur

Der Bitcoin-Kurs notiert rund 19 Prozent unter den geschätzten Produktionskosten von 78.000 Dollar. Das zeigt eine Analyse der Großbank JPMorgan vom 22. Juni. Rund 20 Prozent der Mining-Industrie arbeiten aktuell unprofitabel. Die Folge: Börsennotierte Miner verkaufen massiv Bestände.

Mit rund 64.900 Dollar liegt Bitcoin zudem 15 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn verlor die Kryptowährung knapp 27 Prozent an Wert.

Miner unter Druck

JPMorgan zufolge haben öffentliche Miner wie MARA, Riot Platforms und CleanSpark im ersten Quartal 2026 gemeinsam über 32.000 Bitcoin verkauft. Das ist bereits mehr als im gesamten Jahr 2025. Die Unternehmen brauchen das Geld, um Betriebskosten zu decken.

Besonders betroffen sind ältere, ineffizientere Rechner. Viele Miner schalten sie ab. Das zeigt sich in der Netzwerk-Difficulty, die Anfang Juni um scharfe 10 Prozent fiel. Ein zweiter derartiger Rückgang innerhalb eines Jahres. Solange der Kurs weit unter den Produktionskosten bleibe, müssten Anleger mit häufigeren großen Anpassungen rechnen, so die Analysten.

On-Chain-Aktivität auf Zweijahreshoch

Trotz der Kursschwäche läuft das Bitcoin-Netzwerk auf hohen Touren. Die Transaktionsaktivität erreichte den höchsten Stand seit Ende 2024. Nur sieben Prozent fehlen zum Allzeithoch vom September 2024.

Allerdings hat sich die Art der Transaktionen verändert. Der Anstieg ist protokollgetrieben. Transaktionen unter 0,001 Bitcoin machen inzwischen rund 80 Prozent der Aktivität aus. 2023 waren es noch 44 Prozent. Dahinter stecken vermehrt Bitcoin-NFTs und Zeitstempel-Dienste.

Eine reine Finanztransaktions-Kette ist Bitcoin derzeit nicht.

Flucht in KI-Geschäfte

Viele Mining-Firmen reagieren auf den Margendruck mit einem Strategiewechsel. Statt nur auf Bitcoin-Blocks zu spekulieren, bauen sie ihre Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing um. KI-Hosting-Verträge laufen über mehrere Jahre. Sie bringen stabile Einnahmen bei höheren Margen.

Die Miner haben bereits milliardenschwere KI- und HPC-Infrastrukturdeals angekündigt. Ziel ist es, die Abhängigkeit vom volatilen Bitcoin-Kurs zu verringern. Ein schmerzhafter Anpassungsprozess – aber einer mit strategischem Plan.

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