Bitcoin: 270.000 Bitcoin im Juli akkumuliert

Bitcoin hält sich trotz ETF-Schließung und Intesa-Umschichtung stabil. Institutionelle Anleger akkumulieren, während Japan die Krypto-Regulierung verschärft.

Die Kernpunkte:
  • Hashdex kündigt Bitcoin-ETF-Liquidation an
  • Intesa reduziert IBIT-Anteile drastisch
  • Strategy verkauft weitere Bitcoin-Bestände
  • Japan plant neue Krypto-Aufsichtsbehörde

Der Kryptomarkt zeigt sich am heutigen Donnerstag resilient gegenüber einer Reihe von Umbrüchen im institutionellen Sektor. Während einzelne Finanzhäuser ihre Positionen umschichten und der erste US-Spot-ETF vor der Liquidation steht, festigt Bitcoin seine Position in einer engen Handelsspanne. Aktuell notiert die Kryptowährung bei 64.515,00 USD. Damit liegt der Kurs rund 2,00 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 63.248,71 USD, wenngleich die Performance seit Jahresbeginn mit einem Minus von 27,04 % weiterhin deutlich negativ ausfällt.

Konsolidierung im ETF-Sektor und Abkehr großer Banken

Innerhalb der institutionellen Anlagestruktur zeichnet sich derzeit eine Konsolidierung ab. Der Vermögensverwalter Hashdex hat die Liquidation seines Bitcoin-ETFs mit dem Kürzel DEFI angekündigt. Als Gründe für die Schließung des Produkts, das zuletzt ein verwaltetes Vermögen von rund 14,7 Millionen USD und einen Bestand von 225,58 Bitcoin auswies, werden die geringe Liquidität und die laufenden Kosten angeführt. Der Handel an der Börse NYSE Arca soll am 17. August eingestellt werden, gefolgt von einer geplanten Auszahlung an die Anleger bis zum 28. August. Im Vergleich dazu halten Branchenriesen wie der iShares Bitcoin Trust von BlackRock (IBIT) weiterhin Vermögenswerte im zweistelligen Milliardenbereich.

Parallel dazu hat die größte Bank Italiens, Intesa Sanpaolo, ihre Strategie im Kryptosektor im zweiten Quartal 2026 massiv angepasst. Medienberichten zufolge reduzierte das Geldhaus seine Bestände am IBIT-Fonds um 93,7 % auf nur noch 40.723 Aktien. Gleichzeitig verdreifachte die Bank ihr Engagement in einem Staked-Ethereum-ETF auf rund 349.600 Anteile im Wert von etwa 7,1 Millionen USD. Analysten von Wintermute merken hierzu an, dass der Markt für eine nachhaltige Erholung über die Marke von 65.000 USD steigen müsse, während die jüngsten ETF-Zuflüsse von über 211 Millionen USD am Dienstag bislang kaum Preisreaktionen auslösten.

Kapitalbewegungen bei Großhaltern und Strategy

Auch bei den sogenannten Walen und großen institutionellen Haltern gibt es signifikante Bewegungen. Das Unternehmen Strategy, das weltweit zu den größten öffentlichen Bitcoin-Haltern zählt, bewegte am gestrigen Mittwoch rund 1.030 Einheiten der Kryptowährung aus einer mit dem Unternehmen verknüpften Wallet. Zuvor hatte Strategy zwischen dem 27. Juli und dem 2. August bereits 1.638 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 63.957 USD veräußert, um damit Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe zu finanzieren. Trotz dieser Verkäufe hält das Unternehmen weiterhin einen Bestand von über 842.000 Bitcoin. Die Analysten von Barclays reagierten auf die jüngsten Entwicklungen mit einer Senkung des Kursziels für die Strategy-Aktie auf 125 USD.

Auf der anderen Seite zeigen Daten von Glassnode, dass langfristig orientierte Anleger die aktuelle Seitwärtsphase zur Akkumulation nutzen. Während rund 54 % des gesamten Bitcoin-Angebots derzeit auf dem Papier Verluste ausweisen, treten institutionelle Akteure vermehrt als Käufer auf. Allein im Juli wurden laut Marktdaten rund 270.000 Bitcoin von größeren Adressen akkumuliert, was einem Gegenwert von etwa 16,7 Milliarden USD entspricht.

Regulatorische Neuordnung in Asien

Zusätzliche Impulse kommen von der regulatorischen Ebene. In Japan nimmt am morgigen Freitag eine spezialisierte Abteilung der Finanzaufsicht FSA ihre Arbeit auf, die sich ausschließlich mit Krypto-Assets und Stablecoins befasst. Ziel ist eine Konsolidierung der Aufsicht sowie eine mögliche Neuklassifizierung von Kryptowährungen als Finanzprodukte bis zum Jahr 2027. Dies könnte den Weg für Spot-Krypto-ETFs im japanischen Markt ebnen. Zudem steht eine Reform der Besteuerung im Raum, die den Steuersatz für Krypto-Gewinne ab 2028 auf pauschal 20 % senken könnte.

In Taiwan hat die Finanzaufsicht FSC derweil strengere Regeln für inländische Krypto-Dienstleister vorgeschlagen. Diese sehen vor, dass bei Überweisungen ab einem Wert von 30.000 NT-Dollar zusätzliche Identitätsnachweise erforderlich werden. Diese Maßnahmen unterstreichen den globalen Trend zu einer strengeren Überwachung, während Bitcoin versucht, sich oberhalb der technischen Unterstützungsmarken von 63.000 USD zu behaupten.

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