Bitcoin: 445 Millionen ETF-Abflüsse am Freitag
Großinvestoren nutzen den Bitcoin-Kursrutsch für Käufe, während institutionelle Gelder aus ETFs abfließen. Miner geraten unter Druck.

- Massive ETF-Kapitalabflüsse im Juni
- Wale kaufen bei Kurs von 59.700 Dollar
- Mining-Schwierigkeit steigt deutlich
- Netzwerk-Spaltung durch Update möglich
Bei Bitcoin zeigen die Daten derzeit zwei völlig gegensätzliche Welten. Institutionelle Anleger ziehen massiv Kapital ab. Großinvestoren greifen genau jetzt zu. Die Kryptowährung pendelt nervös um die wichtige psychologische Marke.
Die US-Spot-ETFs verzeichnen eine regelrechte Flucht. Am Freitag flossen rund 445 Millionen US-Dollar ab. Das markiert den siebten Verlusttag in Folge. Im gesamten Juni summierten sich die Abflüsse auf über vier Milliarden US-Dollar.
Auf der Blockchain zeigt sich ein anderes Bild. Die Zahl der Transaktionen ab 100.000 US-Dollar steigt sprunghaft an. Sogenannte Wale übernehmen das Angebot von frustrierten Langzeithaltern. Die Folge: ein massiver Besitzerwechsel. Der aktuelle Kurs von rund 59.700 US-Dollar lockt Schnäppchenjäger an. Seit Jahresbeginn verlor Bitcoin knapp 33 Prozent.
Miner unter Druck
Das Netzwerk selbst läuft stabil. Die Rechenleistung bleibt mit etwa 984 Exahashes pro Sekunde nahe am Rekordniveau. Allerdings steigt der Druck auf die Betreiber. Die Mining-Schwierigkeit kletterte kürzlich um gut sieben Prozent.
Höhere Schwierigkeit und tiefere Kurse belasten die Margen. Der sogenannte Hashprice fiel seit Ende Mai um 18 Prozent. Das ist der tägliche Ertrag für eine bestimmte Rechenleistung. Die Rechnung geht für viele Miner kaum noch auf. Schließlich notiert Bitcoin mehr als 50 Prozent unter seinem Allzeithoch von gut 126.000 US-Dollar.
Risiko einer Netzwerk-Spaltung
Ein internes Update sorgt zusätzlich für Unruhe. Der Vorschlag BIP-110 soll nicht-finanzielle Daten wie Ordinals für ein Jahr blockieren. Bisher findet die Idee kaum Anklang. Aktuell unterstützen nur 0,31 Prozent der Miner das Vorhaben.
Mitte August beginnt die offizielle Abstimmungsphase. Für eine vorzeitige Aktivierung sind 55 Prozent Zustimmung nötig. Bisher signalisiert nur der Ocean-Pool Unterstützung. Setzt eine Minderheit die Regeln ohne breiten Konsens durch, droht eine Spaltung des Netzwerks. Dieses technische Risiko liefert den nächsten harten Katalysator für den Kurs im Spätsommer.
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