Bitcoin: 6,4 Milliarden Dollar Optionen verfallen

Bitcoin fällt nach Warshs straffer Zinssignalisierung unter 80.000 US-Dollar, während Bernstein bis 2026 ein Kursziel von 125.000 US-Dollar sieht.

Die Kernpunkte:
  • Bitcoin notiert bei 78.883 US-Dollar
  • US-Spot-ETFs verbuchen 201,8 Millionen Abflüsse
  • Bernstein erwartet 125.000 US-Dollar bis 2026
  • Lightning-Kapazität sinkt auf rund 2.640 BTC

Der Bitcoin-Kurs zeigt sich am heutigen Sonntag volatil, nachdem eine restriktive Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh am gestrigen Samstag die jüngste Aufwärtsdynamik unterbrochen hat.

Nachdem die Kryptowährung zwischen vergangenem Dienstag und Freitag zeitweise auf ein Dreimonatshoch von 81.455 US-Dollar gestiegen war, notiert sie aktuell bei 78.883,00 US-Dollar. Trotz eines moderaten Zuwachses von 1,4 % am heutigen Tag verbleibt die Bilanz seit Jahresbeginn mit einem Minus von 11 % im negativen Bereich.

Zinsangst bremst Erholungsrallye

Die Kurskorrektur am gestrigen Tag folgte unmittelbar auf das Notenbank-Symposium in Jackson Hole. Warsh signalisierte dort eine fortgesetzt straffe Geldpolitik, was die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen dämpfte.

Begleitet wurde diese Entwicklung von einer massiven Optionen-Fälligkeit am Freitag: Rund 6,4 Milliarden US-Dollar an Bitcoin-Optionen liefen aus und sorgten für zusätzliche Unruhe am Markt. Zuvor hatte das Asset noch die psychologisch wichtige Marke von 80.000 US-Dollar überschritten, fiel jedoch nach den Äußerungen aus der Federal Reserve unter diesen Widerstand zurück.

Auch auf der Seite der institutionellen Investoren kühlte sich die Stimmung zuletzt ab. Medienberichten zufolge verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs am Freitag Nettoabflüsse in Höhe von 201,8 Millionen US-Dollar. Damit endete eine Serie von neun Handelstagen mit Zuflüssen, in denen den Fonds insgesamt etwa 3,04 Milliarden US-Dollar zugeflossen waren. Besonders deutlich fielen die Rückzüge beim ARK 21Shares (ARKB) mit 114,9 Millionen US-Dollar ins Gewicht.

Bernstein setzt auf sechsstellige Kurse

Trotz der kurzfristigen Dämpfer bleiben Experten für die langfristige Entwicklung optimistisch. Die Analysten von Bernstein unter der Leitung von Gautam Chhugani prognostizierten am gestrigen Samstag ein Kursziel von 125.000 US-Dollar bis Ende 2026. Bis Mitte 2027 trauen sie der Kryptowährung sogar einen Anstieg auf 150.000 US-Dollar zu.

Flankiert wird dieses Vertrauen durch Pläne großer Finanzhäuser: Citigroup kündigte am Montag an, noch im laufenden Jahr Verwahrungsdienstleistungen für Bitcoin für institutionelle Kunden anzubieten und digitale Assets in die bestehende Infrastruktur zu integrieren.

Zudem zeichnet sich regulatorisch in den USA eine neue Phase ab. Die US-Börsenaufsicht SEC schlug am 18. August einen neuen Rahmen namens „Regulation Crypto Assets“ vor. Dieser soll maßgeschneiderte Ausnahmen für Registrierungen schaffen und einen rechtlichen Übergang für Krypto-Assets ermöglichen, die nicht mehr als Investmentverträge eingestuft werden.

Institutionelle Dynamik und technische Kapazitäten

Auf technologischer Ebene gab es am heutigen Sonntag Nachrichten zur Kapazität des Lightning-Netzwerks. Entwickler meldeten einen Rückgang der öffentlichen Kapazität auf rund 2.640 BTC. Dies entspricht einer Halbierung gegenüber dem Allzeithoch von 5.637 BTC aus dem Dezember 2025. Gleichzeitig unternimmt der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock Schritte, um den Zugang zu seinem iShares Bitcoin Trust (IBIT) zu erleichtern. Das Unternehmen senkte am Mittwoch die Mindestmenge für direkte Umwandlungen von 25 Millionen auf eine Million US-Dollar.

Während die technische Skalierung Herausforderungen zeigt, bleibt das Hauptnetzwerk stabil. Ein Hard Fork des Bitcoin-Ledgers am Mittwoch, angeführt vom Entwickler Paul Sztorc, stieß auf nur minimalen Support durch die Miner und blieb damit ohne größere Auswirkungen auf das Marktgeschehen.

Auch neue Finanzprodukte wie „Circle Wrapped Bitcoin“ (cirBTC), das am Dienstag auf dem Ethereum-Mainnet startete, zielen darauf ab, die Nutzung von Bitcoin als Sicherheit für institutionelle Liquidität weiter zu vertiefen.

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