Bitcoin: 87.000 Dollar bleiben Hürde
Hohe Anleiherenditen bremsen Bitcoin, während US-Spot-ETFs Anfang Oktober frisches Kapital anzogen.

- Kurs pendelt um 85.900 Dollar
- US-Jobzuwachs bleibt hinter Erwartungen zurück
- Spot-ETFs melden deutliche Nettozuflüsse
- BIP-360-Testnetz läuft seit März
Bitcoin kratzt am Montag erneut an der Marke von 87.000 Dollar und kommt doch nicht drüber. Schwache US-Arbeitsmarktdaten geben Rückenwind, hohe Anleiherenditen bremsen. Der Kurs pendelt um 85.900 Dollar.
Schwacher Jobbericht, starke Renditen
Die US-Arbeitgeber schufen im September nur 29.000 Stellen, deutlich weniger als erwartet. Zudem wurden die Zahlen der beiden Vormonate nach unten korrigiert. Die Daten nähren die Erwartung, dass die US-Notenbank im Oktober nicht an der Zinsschraube dreht. Laut CME FedWatch sehen die Märkte weniger als 20 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung.
Bitcoin sprang nach dem Bericht am Freitag zunächst über 87.000 Dollar. Dann erholten sich die Anleiherenditen. Die zehnjährige US-Staatsanleihe rentiert wieder bei rund 5,28 Prozent, und der Dollar bleibt fest. Das nahm dem Kurs den Schwung. In der Nacht zum Montag fiel er zeitweise bis auf 85.458 Dollar zurück, fing sich aber schnell.
Belastend wirkt auch die Lage im Nahen Osten. Der Ölpreis liegt über 100 Dollar je Barrel, was die Inflationssorgen anheizt und der Notenbank wenig Spielraum für Lockerungen lässt.
Charttechnik und ETF-Zuflüsse
Charttechnisch bleibt das Bild intakt. Die Unterstützungszone zwischen 80.000 und 82.000 Dollar hielt am Wochenende deutlich. Krypto-Experte Oliver Michel sieht mittelfristig Potenzial bis rund 97.000 Dollar, räumt aber ein, dass der Weg dorthin nicht ohne Rücksetzer verlaufen dürfte.
Rückhalt kommt von den US-Spot-ETFs. Sie verzeichneten am 1. Oktober Nettozuflüsse von 102,7 Millionen Dollar, am 2. Oktober waren es 189,8 Millionen Dollar. Auch am breiten Kryptomarkt ging es aufwärts: Ethereum legte auf etwa 2.716 Dollar zu, Cardano sprang um rund zehn Prozent.
Quantenrisiko als Langfristthema
Im Hintergrund läuft eine andere Debatte. Google Quantum AI schätzt, dass ein Angriff auf die elliptische Kryptografie hinter Bitcoin mit weniger als 500.000 physischen Qubits möglich wäre. Heutige Systeme sind weit davon entfernt: Googles Chip Willow kommt auf 105 Qubits.
Als wichtigster Vorsorgeplan gilt der Vorschlag BIP-360 mit einem neuen Adresstyp. Ein Testnetz läuft seit März. Allerdings kann das dezentrale Netzwerk Updates nicht anordnen, die Einigung auf einen Zeitplan gilt als größte Hürde.
Kurzfristig entscheidet der Chart: Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über 87.000 Dollar, rückt die Marke von 90.000 Dollar in Reichweite. Bricht die Zone um 80.000 Dollar, wäre der Aufwärtstrend infrage gestellt.
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