Bitcoin: Abflüsse ohne Kursreaktion
US-Bitcoin-ETFs verzeichneten 636 Millionen Dollar Abgänge, während der Kurs bei rund 81.500 Dollar verharrte.

- Oktoberbilanz der Bitcoin-ETFs ins Minus gedreht
- iShares-Fonds mit höchsten Tagesabgängen
- Ethereum-ETFs verlieren im Oktober rund 1,2 Milliarden Dollar
- Bitcoin bleibt trotz Marktdruck weitgehend stabil
Rekordverdächtige Mittelabflüsse, aber kaum Bewegung im Preis: Die US-Spot-ETFs verloren gestern 636 Millionen Dollar, Bitcoin notiert dennoch stabil bei rund 81.500 Dollar. Der Oktober-Aufschwung bei den Fonds hielt genau eine Sitzung.
ETF-Bilanz kippt ins Minus
Es war der größte Tagesabfluss des Monats. Er löschte fast 60 Prozent der Zuflüsse aus den drei Handelstagen zuvor aus und drehte die Oktober-Bilanz auf etwa minus 176 Millionen Dollar. Zuvor hatte sie noch bei plus 460 Millionen Dollar gelegen.
Den größten Anteil trug der iShares Bitcoin Trust mit 254 Millionen Dollar Abflüssen, gefolgt vom Fidelity-Fonds mit 218 Millionen Dollar. Insgesamt haben die Fonds seit dem Start im Januar 2024 netto 57,8 Milliarden Dollar angezogen.
Auch Ethereum-ETFs gaben nach, ihre Oktober-Verluste summieren sich auf rund 1,2 Milliarden Dollar.
Makro bremst, Kurs hält
Der Verkaufsdruck fiel auf einen schwachen Handelstag. Der Ölpreis kletterte über 111 Dollar je Barrel, KI-Aktien gaben nach und zogen den S&P 500 nach unten. Der Dollar legte leicht zu.
Bitcoin blieb davon weitgehend unberührt. Auf Wochensicht liegt der Kurs 0,4 Prozent im Minus, auf 30 Tage sind es etwa 4,8 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 7,7 Prozent.
An den Derivatemärkten flackerte es kurz: Binnen 24 Stunden wurden Positionen im Wert von 321 Millionen Dollar liquidiert, den Großteil davon Long-Wetten. Der Fear-and-Greed-Index steht mit 49 Punkten klar im neutralen Bereich. Das Handelsvolumen am Kryptomarkt fiel zugleich deutlich.
Analysten sprechen von einer Abwartehaltung. Passend dazu zeigen Wettmärkte nachlassende Ausbruchserwartungen: Für einen Anstieg über 87.500 Dollar vor Monatsende sehen Teilnehmer noch 17 Prozent Wahrscheinlichkeit, für einen Rückfall auf 77.500 Dollar dagegen 32 Prozent.
Fed-Termin als nächster Test
Am 27. und 28. Oktober tagt die US-Notenbank. Erwartet wird eine unveränderte Geldpolitik. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung stieg laut CME FedWatch zuletzt auf 9,4 Prozent, bleibt aber niedrig.
Bleibt es bei der Zinspause, dürfte das Risikoanlagen wie Bitcoin stützen. Zusätzlich lastet auf dem Sektor, dass Kapital derzeit stark in den KI-Handel fließt. Die nächsten ETF-Tagesdaten zeigen, ob Anleger die Abflüsse vom Donnerstag fortschreiben.
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