Bitcoin: Abwartende Ruhe
Bitcoin stabilisiert sich in einer Seitwärtsphase, während On-Chain-Daten auf nachlassenden Verkaufsdruck hindeuten und institutionelle Investoren langfristig optimistisch bleiben.

- Kurs konsolidiert in enger Handelsspanne
- Langfristige Halter verkaufen deutlich weniger
- Institutionelle Investoren sehen Bitcoin unterbewertet
- ETF-Abflüsse und Fed-Entscheidung als Risiken
Bitcoin startet ruhig in den Mittwoch, doch unter der Oberfläche läuft einiges: Technische Muster, On-Chain-Daten und die Erwartung an die US-Notenbank überlagern sich. Während der Kurs in eine enge Spanne eingezwängt bleibt, driften Stimmung, Nutzung des Netzwerks und institutionelles Interesse auseinander. Wie stabil ist diese Ruhephase wirklich?
Technisches Bild: Seitwärts mit Risiken
Nach einem volatilen Jahresauftakt bewegt sich Bitcoin aktuell in einer Konsolidierungsphase. Der Kurs liegt mit rund 89.300 US‑Dollar nur leicht über dem Niveau von vor einer Woche; seit Jahresanfang beträgt das Plus gerade einmal 0,65 %. Vom 52‑Wochen-Hoch ist die Kryptowährung mit gut 28 % Abstand deutlich entfernt, was auf eine anhaltende Korrektur vom Rekordniveau hinweist.
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Charttechnisch bleibt auf Tagesbasis eine ausgeprägte Kopf-Schulter-Formation intakt – ein Muster, das oft einer Trendwende nach oben vorausgeht. Ein jüngster Rücksetzer in den Bereich um 86.000 US‑Dollar wurde zwar aufgefangen, ein klarer Ausbruch nach oben ist aber ebenso ausgeblieben.
Wichtige Marken im aktuellen Umfeld:
– Unterstützung: etwa 84.500 bis 86.000 US‑Dollar
– Widerstand: etwa 88.500 bis 89.000 US‑Dollar
– RSI (14 Tage): rund 38 – technisch eher neutrales bis leicht angeschlagenes Niveau
Damit bleibt das Abwärtsrisiko sichtbar, insbesondere falls die Zone um 84.000 bis 86.000 US‑Dollar nach unten verletzt würde. Zugleich spricht die Stabilisierung knapp unter der 50‑Tage-Linie dafür, dass kurzfristig kein klarer Trend dominiert.
On-Chain-Daten: Weniger Verkaufsdruck, aber schwächere Nutzung
On-Chain-Metriken zeichnen ein gemischtes, aber aufschlussreiches Bild.
Auffällig ist vor allem der starke Rückgang der sogenannten Spent Coins Age Band. Dieser Indikator, der misst, wie viele „ältere“ Coins (von Langfrist-Haltern) bewegt werden, ist um mehr als 70 % von etwa 27.000 auf knapp 7.700 gefallen. Interpretation: Langfristige Investoren realisieren derzeit deutlich weniger Gewinne oder Verluste, der Verkaufsdruck aus diesen Händen lässt spürbar nach. Das dürfte ein wichtiger Faktor für die jüngste Kursstabilisierung sein.
Gleichzeitig öffnet sich eine Lücke zwischen Kurs und Netzwerknutzung:
– Die Zahl der täglich aktiven Adressen liegt deutlich unter dem Hoch aus 2021.
– Die jüngsten Preisspitzen wurden also nicht von einem vergleichbaren Anstieg der Aktivität im Netzwerk begleitet.
Das deutet darauf hin, dass ein beträchtlicher Teil der jüngsten Kursbewegungen eher von größeren Marktteilnehmern und strukturellen Kapitalflüssen – etwa über Produkte wie ETFs – getrieben wurde als von breiter, „organischer“ Nutzung der Blockchain.
Institutionelle Stimmung und Regulierung im Fokus
Trotz der Korrektur seit dem Allzeithoch bleibt die institutionelle Sicht auf Bitcoin bemerkenswert konstruktiv. Einer aktuellen Umfrage zufolge sehen rund 70 % der befragten institutionellen Investoren BTC als unterbewertet. Langfristig überwiegt also weiterhin der Optimismus.
Kurzfristig ist das Bild deutlich vorsichtiger:
– Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten seit Mitte Januar Abflüsse von mehr als 1,7 Milliarden US‑Dollar.
– Diese Mittelabflüsse dämpfen den Kaufdruck, selbst wenn die grundsätzliche Einschätzung positiv bleibt.
Parallel dazu gewinnen regulatorische Weichenstellungen an Bedeutung:
USA: Die pro-krypto-freundliche Haltung der aktuellen Regierung wird als potenziell unterstützend wahrgenommen. Vor allem laufende Debatten zur Marktstruktur-Gesetzgebung könnten für mehr Rechtssicherheit sorgen – ein wichtiger Punkt gerade für professionelle Investoren.
Europa: Die MiCA-Regulierung befindet sich in der Umsetzungsphase. Eine „Grandfathering“-Regel erlaubt es bestehenden Krypto-Dienstleistern, bis zum 1. Juli 2026 unter bestimmten Bedingungen weiterzuarbeiten. Das verschafft der Branche Zeit, sich an das neue Regime anzupassen, ohne dass es zu abrupten Marktbrüchen kommt.
Ein weiterer Aspekt im Hintergrund: Die langfristige Sicherheit der Blockchain angesichts neuer Technologien. So hat Coinbase ein unabhängiges Beratungsgremium eingerichtet, das die potenziellen Risiken von Quantencomputern für die Blockchain-Sicherheit prüfen soll. Das ist kein akutes Problem, zeigt aber, dass große Marktakteure zunehmend strategisch weiter in die Zukunft denken.
Stimmung, Makro-Faktoren und Ausblick
Die Marktpsychologie ist derzeit klar angeschlagen. Der Fear & Greed Index steht im Bereich „Extreme Fear“ bei 20. Historisch konnten solch pessimistische Phasen durchaus den Boden für spätere Erholungen bereiten, eine Garantie ist das allerdings nicht.
Interessant ist der Kontrast zu den traditionellen Märkten:
– S&P 500 und Nasdaq haben zuletzt Zugewinne verbucht.
– Bitcoin dagegen tendiert seit September 2025 tendenziell abwärts.
Diese Divergenz unterstreicht, dass der Krypto-Markt derzeit eigenen Zyklen und spezifischen Risiken folgt, statt einfach den US-Aktienmarkt nachzubilden.
Kurzfristig richtet sich der Blick vor allem auf die FOMC-Sitzung der US-Notenbank. Der Markt preist aktuell mit hoher Wahrscheinlichkeit unveränderte Zinsen ein. Kommt es dabei zu Überraschungen in Tonfall oder Ausblick der Fed, könnte das direkte Auswirkungen auf Risikoanlagen wie Bitcoin haben – sei es über die generelle Liquidität im Markt oder die Risikobereitschaft institutioneller Investoren.
Entscheidend für die nächsten Wochen wird das Zusammenspiel aus drei Faktoren bleiben: der weitere Kurs der Geldpolitik, die Richtung der ETF-Flows und der Fortschritt bei der Regulierung in den wichtigsten Märkten. Erst wenn diese Komponenten in dieselbe Richtung zeigen, dürfte sich aus der aktuellen Seitwärtsphase wieder ein klarerer Trend herausbilden.
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