Bitcoin: BIP-110 droht Spaltung im August
Der Bitcoin-Kurs fällt auf 59.712 US-Dollar, während ein umstrittener Code-Entwurf eine Netzwerkspaltung riskiert.

- BIP-110-Entwurf sorgt für Unruhe
- Bitcoin-Kurs nahe 52-Wochen-Tief
- Nur 0,31 Prozent Zustimmung der Miner
- Harte Blockchain-Spaltung im August möglich
Ein umstrittener Code-Entwurf bringt Unruhe in das Bitcoin-Netzwerk. Das sogenannte BIP-110 zielt auf datenintensive Transaktionen ab und will den Speicherplatz rigoros begrenzen. Kritiker warnen nun vor einem riskanten Alleingang. Im schlimmsten Fall droht dem Netzwerk im August eine Aufspaltung.
Diese technische Debatte trifft auf einen ohnehin fragilen Markt. Der Bitcoin-Kurs rutschte zuletzt auf 59.712 US-Dollar ab. Damit notiert die Kryptowährung nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 33 Prozent.
Im Zentrum der Diskussion steht ein Entwurf zur Datenreduzierung. Dieser soll den Datenmüll im Netzwerk für ein Jahr eindämmen. Befürworter wollen damit spekulative Ordinals ausbremsen. Diese verstopfen die Blöcke und treiben die Kosten für reguläre Zahlungen in die Höhe.
Riskantes Manöver
Der Mechanismus hinter BIP-110 sorgt für heftigen Gegenwind. Um das Update zu aktivieren, müssen lediglich 55 Prozent der Miner zustimmen. Frühere Updates brauchten meist eine Schwelle von 95 Prozent. Experten sehen in diesem niedrigen Wert ein massives Risiko für die Netzwerkkontrolle.
Aktuell fehlt dem Vorschlag jedoch die breite Unterstützung. Jüngste Daten zeigen eine Zustimmungsrate von mageren 0,31 Prozent der gesamten Rechenleistung. Bisher signalisiert fast ausschließlich der Mining-Pool Ocean seine Unterstützung. Auch die Kernentwickler von Bitcoin haben sich nicht hinter das Projekt gestellt.
Gefahr für das Netzwerk
Erzwingt eine Minderheit das Update im August, wird es kritisch. Dann könnten aktualisierte Knotenpunkte plötzlich Blöcke der alten Version ablehnen. Das Resultat: eine harte Spaltung der Blockchain.
Bekannte Entwickler wie Adam Back warnen eindringlich vor diesem Szenario. Ein solcher Konflikt schafft unnötige Instabilität. Börsen, Wallet-Anbieter und Miner meiden derartige operative Risiken.
Der August rückt näher und zwingt die Akteure zur Positionierung. Ein massiver Anstieg der Miner-Zustimmung würde BIP-110 zu einem echten Marktereignis machen. Bleibt die Unterstützung auf dem aktuellen Niveau, scheitert der Vorstoß. Das Netzwerk hätte dann einen weiteren Stresstest durch eine laute Minderheit überstanden.
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