Bitcoin: CLARITY Act erhöht Verabschiedungs-Chancen

Bitcoin hält sich trotz erwarteter US-Zinserhöhung bei 78.909 USD. Der überarbeitete CLARITY Act stärkt zugleich die regulatorische Zuversicht.

Die Kernpunkte:
  • CLARITY Act mit über 120 Änderungen
  • Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung steigt
  • Strive kauft 469 Bitcoin hinzu
  • Liquid-Network-Vorfall betrifft Sidechain

Bitcoin zeigt sich zum Wochenauftakt widerstandsfähig und profitiert von einer veränderten Stimmungslage in der US-Politik. Während die Kryptowährung am heutigen Montag bei 78.909,00 USD notiert, richten sich alle Augen auf Washington. Dort hat der CLARITY Act, ein wegweisendes Gesetzesvorhaben zur Regulierung digitaler Assets, durch eine umfassende Überarbeitung neue Dynamik gewonnen.

Politische Impulse aus Washington treiben die Zuversicht

Inmitten von Beratungen im Repräsentantenhaus haben Senatsrepublikaner eine revidierte Fassung des CLARITY Act vorgelegt. Der neue Entwurf umfasst mehr als 120 Änderungen, die primär darauf abzielen, langjährige ethische Bedenken zu zerstreuen.

Diese Anpassungen haben die Erwartung im Markt deutlich gesteigert, dass das Gesetz noch in diesem Jahr verabschiedet werden könnte. Auf Prognosemärkten wie Polymarket stieg die geschätzte Wahrscheinlichkeit für eine Unterzeichnung des Gesetzes im laufenden Jahr von zuvor 14 Prozent auf nun 30 Prozent.

Bereits am morgigen Dienstag steht eine entscheidende Hürde an: Der US-Senat hält eine geplante Abstimmung zur Beendung der Debatte ab. Um das Verfahren fortzusetzen, ist eine Mehrheit von 60 Stimmen erforderlich. Damit die Republikaner diesen Schwellenwert erreichen, müssten mindestens sieben Demokraten ihre Unterstützung zusagen. Diese politische Weichenstellung gilt als einer der wichtigsten Katalysatoren für die Preisbildung in der laufenden Woche.

Federal Reserve sorgt für Gegenwind

Trotz der regulatorischen Hoffnungsschimmer lastet die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve auf dem Sektor. Marktdaten zufolge ist die Erwartung einer Zinserhöhung bei der anstehenden Sitzung am Mittwoch massiv gestiegen. Laut dem CME FedWatch Tool taxieren Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt nach oben nun auf 86,5 Prozent. Am vergangenen Freitag lag dieser Wert noch bei 69,4 Prozent.

Diese straffere Geldpolitik schlägt sich auch in der Performance seit Jahresbeginn nieder. Bitcoin verzeichnet im bisherigen Jahresverlauf ein Minus von -11 Prozent. Dennoch zeigt die technische Analyse eine gewisse Stabilisierung: Die Kryptowährung notiert aktuell mit einem Abstand von 12 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was viele Anleger als langfristig konstruktives Zeichen werten.

Institutionelle Käufe und Sicherheitsvorfälle

Auf der Ebene der Marktakteure zeigt sich ein gemischtes Bild. Das Unternehmen Strive setzt seinen Akkumulationskurs fort. Wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, kaufte die Gesellschaft zwischen dem 8. und 11. September insgesamt 469 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von rund 77.954 USD. Damit erhöhte Strive seine Bestände auf insgesamt 25.000 BTC. Demgegenüber stehen jedoch erhebliche Abflüsse aus Bitcoin-Spot-ETFs, die in der vergangenen Woche ein Volumen von 460 Millionen USD erreichten.

Zudem verarbeitete der Markt einen Sicherheitsvorfall beim Liquid Network. Sogenannte White-Hat-Hacker hatten durch eine Software-Schwachstelle rund 4.000 Bitcoin aus einer Wallet entwendet. Blockstream, der Entwickler des Netzwerks, betonte, dass es sich um einen Fehler im Programmcode der Sidechain handelte und nicht um kompromittierte Schlüssel.

Mittlerweile wurden 3.400 BTC zurückgegeben, während 600 BTC als Belohnung für den Hinweis auf die Lücke einbehalten wurden. Wichtig für Anleger: Die Bitcoin-Blockchain selbst und deren Konsensregeln waren zu keinem Zeitpunkt betroffen, da der Vorfall lediglich die Infrastruktur der Sidechain berührte.

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