Bitcoin: ETF-Abflüsse drücken Stimmung

Bitcoin verliert an Wert, während 450 Millionen Dollar aus US-Spot-ETFs abfließen. Der gescheiterte US-Gesetzentwurf verstärkt die Unsicherheit.

Die Kernpunkte:
  • 450 Millionen Dollar aus Bitcoin-ETFs abgezogen
  • US-Senat lässt Krypto-Gesetz vorerst scheitern
  • Ethereum verliert 1,9 Prozent
  • Kryptomarkt sinkt auf 2,57 Billionen Dollar

Bitcoin steckt am Tag der Fed-Zinsentscheidung im Klemmgriff zweier Belastungsfaktoren. Der Kurs notiert bei 75.628 Dollar, ein Minus von 0,8 Prozent binnen 24 Stunden und knapp 5 Prozent auf Wochensicht. Seit Jahresbeginn steht damit ein Verlust von 13,6 Prozent zu Buche.

Auslöser der schwachen Stimmung ist eine Mischung aus Politik und Geldpolitik. Der Digital Asset Market Clarity Act scheiterte am Dienstag im US-Senat an ungelösten Differenzen bei den Ethik-Bestimmungen. Damit rückt die Hoffnung auf einen klar geregelten, kryptofreundlichen Rechtsrahmen in den USA erst einmal in weite Ferne. Parallel dazu wartet der Markt angespannt auf die Fed-Entscheidung, wobei eine Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt als wahrscheinlich gilt.

Kapital fließt aus den ETFs ab

Besonders deutlich zeigt sich der Vertrauensverlust bei den US-Spot-ETF-Produkten. Am Dienstag flossen netto 450 Millionen Dollar aus Bitcoin-ETFs ab, nachdem am Montag noch 160 Millionen Dollar an Zuflüssen verzeichnet wurden. Der Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund verzeichnete mit 215 Millionen Dollar die größten Abflüsse, gefolgt vom iShares Bitcoin Trust mit 162 Millionen Dollar.

Auch Ethereum blieb von der Entwicklung nicht verschont und fiel um 1,9 Prozent auf 2.390,08 Dollar, begleitet von ETF-Abflüssen in Höhe von 142 Millionen Dollar.

Die gesamte Kryptomarktkapitalisierung sank über Nacht um 1,6 Prozent auf 2,57 Billionen Dollar, während das Handelsvolumen um 13 Prozent auf 95 Milliarden Dollar zulegte — ein Hinweis darauf, dass viele Anleger die Unsicherheit aktiv zum Handeln nutzen, statt abzuwarten.

Im breiteren Bild zeigt sich, wie volatil das Jahr für Bitcoin bislang verlaufen ist. Erst im August kletterte die Kryptowährung von rund 63.000 Dollar auf ein Dreimonatshoch von über 80.000 Dollar, ausgelöst durch überraschende Aussagen von US-Finanzminister Scott Bessent zur Dämpfung der Treasury-Renditen.

Der Monat schloss dennoch mit einem Plus von 25,4 Prozent — dem stärksten monatlichen Anstieg seit November 2024. Die aktuelle Schwäche relativiert diesen Erfolg, zeigt aber auch, wie schnell sich die Stimmung am Kryptomarkt drehen kann.

Bitcoins Dominanz im Gesamtmarkt liegt derzeit bei 59,2 Prozent, während Ethereum auf 11,4 Prozent kommt. Unter den größeren Altcoins fiel XRP über Nacht um 9,2 Prozent auf 1,27 Dollar, während Zcash um mehr als 11 Prozent auf 1.246,78 Dollar zulegte.

Die Fed-Entscheidung am Mittwochnachmittag dürfte die kurzfristige Richtung vorgeben. Bleibt die Zinssenkung aus oder fällt die Kommunikation hawkisher aus als erwartet, könnte der Druck auf die ETF-Zuflüsse weiter zunehmen.

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