Bitcoin: ETF-Blutung trifft Inflations-Schock

Sieben Wochen Kapitalabflüsse aus Spot-ETFs und hartnäckige US-Inflation drücken Bitcoin unter die 60.000-Dollar-Marke.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch unter 60.000 Dollar
  • Sieben Wochen ETF-Abflüsse
  • US-Inflation über Fed-Ziel
  • Starker Dollar belastet Krypto

Sieben Wochen in Folge Abflüsse aus Spot-ETFs — und dann kommen noch hartnäckige Inflationsdaten obendrauf. Bitcoin hat die Marke von 60.000 Dollar vorerst nach unten durchbrochen und notiert am Freitagmorgen bei rund 59.800 Dollar, rund 7 Prozent weniger als zu Wochenbeginn.

Makro setzt die Agenda

Der unmittelbare Auslöser ist bekannt: Die US-PCE-Preisdaten vom Donnerstag zeigten, dass die Inflation deutlich über dem Fed-Ziel von 2 Prozent verharrt. Die Notenbank hatte den Leitzins bereits auf ihrer Juni-Sitzung unverändert gelassen — Marktteilnehmer beginnen nun, eine mögliche Zinserhöhung im Herbst einzupreisen. Für Bitcoin, das keine laufenden Erträge wirft, ist das ein schwieriges Umfeld.

Parallel drückt ein starker US-Dollar auf die Stimmung. Der Dollar-Index legte im Monatsverlauf deutlich zu, Bitcoin bewegte sich dabei im Gegentrend. Hinzu kommt der Abverkauf bei Technologieaktien: Institutionelle Investoren, die in der KI-Rally gleichzeitig auf Halbleiter und digitale Assets gesetzt hatten, lösen Positionen in beiden Märkten auf.

Sieben Wochen Abflüsse

Die ETF-Daten sind das strukturellere Signal. Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten diese Woche Abflüsse von 1,35 Milliarden Dollar — die siebte Verliertwoche in Folge. Die institutionelle Nachfrage, die Bitcoin Anfang 2025 noch befeuert hatte, dreht spürbar ins Negative. Kapital fließt stattdessen in KI-Aktien und Anleihen, die in diesem Zinsumfeld wieder attraktive Renditen bieten.

Auch an den Derivatemärkten zeigte sich der Stress: Zwangsliquidationen folgten dem Kursrutsch, mit dem Großteil aus Long-Positionen. Der Angst-und-Gier-Index rutscht tief in den Bereich extremer Angst.

Technisches Bild: Widerstand überall

Die Charttechnik liefert wenig Trost. Bitcoin notiert unterhalb aller wichtigen gleitenden Durchschnitte, und Erholungsversuche in Richtung 61.500 bis 62.000 Dollar stoßen auf eine dichte Widerstandszone aus Fibonacci-Level, Bollinger-Median und Ichimoku-Linie. Die nächste relevante Unterstützung liegt bei rund 58.100 Dollar — dem bisherigen Jahrestief.

Binance, die weltgrößte Kryptobörse, hat währenddessen in Griechenland keine MiCA-Lizenz erhalten und will nun eine Zulassung in einem anderen EU-Mitgliedstaat anstreben. Zwar können Nutzer weiterhin auf ihre Guthaben zugreifen, doch die regulatorische Unsicherheit liefert einen weiteren Grund zur Vorsicht.

Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob die Fed weitere Zinserhöhungssignale sendet. Der nächste große Datenpunkt dürfte der US-Arbeitsmarktbericht Anfang Juli sein — fällt er stark aus, dürfte der Druck auf Bitcoin anhalten.

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