Bitcoin: ETF-Zuflüsse kehren zurück

Schwache US-Arbeitsmarktdaten und starke ETF-Zuflüsse lassen Bitcoin auf 62.000 Dollar steigen. Der Juli könnte historisch positive Impulse liefern.

Die Kernpunkte:
  • Bitcoin überwindet 62.000 Dollar Marke
  • US-Jobdaten schwächer als erwartet
  • ETF-Zuflüsse von 221 Millionen Dollar
  • Historisch starker Juli für Bitcoin

Nach dem schwächsten ersten Halbjahr seit Jahren dreht der Wind für Bitcoin. Schwache US-Arbeitsmarktdaten und ein überraschendes Comeback bei den Spot-ETFs treiben den Kurs am Freitag über die Marke von 62.000 Dollar. Die Frage, die viele Anleger seit Wochen umtreibt: Ist das der Boden, oder nur eine Verschnaufpause im Abwärtstrend?

Bitcoin notiert am Mittag bei rund 62.000 Dollar, ein Wochenplus von etwa 3 Prozent. Erst am Mittwoch war die Kryptowährung noch bis auf 57.735 Dollar gefallen – der tiefste Stand seit September 2024. Anfang Juni hatte Bitcoin noch deutlich über 70.000 Dollar gekostet, das erste Halbjahr 2026 brachte damit ein Minus von mehr als 30 Prozent.

Warum der Kurs jetzt dreht

Auslöser der Erholung sind vor allem schwächere US-Jobdaten. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen im Juni lag deutlich unter den Erwartungen und dämpfte die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen. Da Bitcoin keine Zinsen abwirft, hatte die zuvor gestiegene Zinserwartung die Kryptowährung zusätzlich belastet. Fed-Chef Kevin Warsh hatte zudem beim EZB-Forum in Sintra erklärt, die Inflationsrisiken hätten sich abgeschwächt – ein Kommentar, der den Markt binnen Minuten stützte.

Parallel dazu kehrt Geld in die Spot-Bitcoin-ETFs zurück. Nach einer zehntägigen Serie mit Nettoabflüssen verzeichneten die Fonds am 2. Juli Zuflüsse von 221 Millionen Dollar – der stärkste Zuflusstag seit Wochen. Das markiert einen deutlichen Kontrast zum Juni, der mit rekordhohen Abflüssen von 4,5 Milliarden Dollar als schwächster ETF-Monat seit dem Start im Januar 2024 in die Bücher ging. Allein BlackRocks IBIT-Fonds hatte in diesem Zeitraum 3,55 Milliarden Dollar verloren, neun Handelstage in Folge mit Nettoverkäufen.

Dass der größte Unternehmenshalter Strategy zuletzt Rückkäufe über 2 Milliarden Dollar genehmigte und seine Barreserven aufstockte, deutet darauf hin, dass zumindest institutionelle Schwergewichte weiterhin mit Schwankungen rechnen.

Saisonalität als Argument der Optimisten

Historisch war der Juli für Bitcoin meist ein guter Monat: In 10 der vergangenen 15 Jahre schloss die Kryptowährung im Plus, mit einem durchschnittlichen Gewinn von 19 Prozent. Ob sich dieses Muster wiederholt, hängt maßgeblich davon ab, ob die ETF-Zuflüsse anhalten und die Fed ihren zurückhaltenden Kurs bei den Zinsen beibehält. Der nächste wichtige Indikator dürfte der weitere Verlauf der US-Arbeitsmarktdaten in den kommenden Wochen sein.

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