Bitcoin: Fed-Protokoll setzt Kryptomarkt unter Druck

Höhere Zinserwartungen, ETF-Abflüsse von 487,07 Millionen Dollar und Zwangsverkäufe belasten Bitcoin und den Kryptomarkt.

Die Kernpunkte:
  • Bitcoin verliert rund 0,6 Prozent
  • Fed-Protokoll signalisiert mögliche weitere Zinserhöhung
  • Bitcoin-ETFs verzeichnen 487,07 Millionen Dollar Abflüsse
  • Gehebelte Positionen im dreistelligen Millionenvolumen liquidiert

Ein unerwartet straffer Ton der US-Notenbank und sprunghaft gestiegene Anleiherenditen setzen den Kryptomarkt unter Verkaufsdruck. Bitcoin notiert mit 82.864,00 USD rund 0,6 Prozent im Minus und testet damit eine psychologisch wichtige Unterstützungszone.

Forsche Zinstöne und steigende Kapitalmarktzinsen

Auslöser der jüngsten Schwäche ist das gestern veröffentlichte Protokoll der jüngsten Zinssitzung der Federal Reserve. Die Mitschrift verdeutlichte, dass die Mehrheit der Notenbanker eine weitere Zinsanhebung bis zum Jahresende für wahrscheinlich angemessen hält.

Die Währungshüter verwiesen auf anhaltende Aufwärtsrisiken bei der Inflation, getrieben unter anderem durch geopolitische Spannungen und hohe Energiepreise. Im September hatte die US-Notenbank ihr Zinsband auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben.

Die Aussicht auf längerfristig höhere Zinsen trieb die Renditen der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen auf mehr als 5,3 Prozent. Parallel dazu kletterte der Ölpreis der Sorte Brent über die Marke von 102 Dollar je Barrel. Steigende Zinsen verteuern die Opportunitätskosten zinsloser Anlagen und mindern die Risikobereitschaft der Investoren an den Finanzmärkten spürbar.

Hohe Mittelabflüsse und Bereinigung am Terminmarkt

Die Neubewertung der Zinslage führte zu deutlichen Reaktionen bei institutionellen und privaten Anlegern. Spot-ETFs auf Bitcoin verzeichneten gestern Nettoabflüsse in Höhe von 487,07 Millionen Dollar, was den stärksten Tagesabzug seit mehreren Wochen darstellt.

Gleichzeitig löste der Kursrutsch eine Kaskade von Zwangsliquidationen an den Derivatebörsen aus. Binnen 24 Stunden wurden gehebelte Krypto-Positionen im Volumen von mehreren Hundert Millionen Dollar glattgestellt, wobei der überwiegende Teil auf spekulative Long-Wetten entfiel.

Charttechnische Marken im Fokus

Nach dem Scheitern an den Widerständen im Bereich von 87.000 Dollar rückt nun die Unterseite in den Mittelpunkt. Hält das aktuelle Niveau nicht, droht ein Rücksetzer in den Bereich um 80.000 Dollar. Mit dem aktuellen Stand liegt der Kurs rund 33 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Für eine nachhaltige Stabilisierung müsste der Markt zunächst die Zone um 85.500 Dollar zurückerobern.

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